„Thesen zur sprachlichen Bildung i[m] …. Archivwesen“

Allgemein

Rebloggt von: Klaus Graf, Archivalia, 4.10.2917

Die vier Thesen Klaus Grafs zur sprachlichen Bildung für Archivierende sollen auch hier zur Diskussion gestellt werden. Klaus Graf sei für die Bereitschaft so zu verfahren gedankt!

“ …. In der Ausbildung der wissenschaftlichen ArchivarInnen müssen der Latein- und der Französisch-Unterricht reduziert werden.

Auch diese alten Zöpfe gehören abgeschnitten. Die meisten Archivare meistern ihr Berufsleben auch ohne gründliche Latein- und Französischkenntnisse. Als ich auf der Archivschule in Marburg weilte (1987/89, 22. WK) war der Unterricht nicht nur für mich eine öde Paukerei mit dem einzigen Ziel, die Abschlussklausuren zu bestehen. Merke: Nicht für das Leben, sondern für die Archivschule lernen will.

Internationale Kontakte sind wichtig, und dafür ist gutes Englisch hilfreich. (Vermutlich wird aber heute englischsprachige Archivliteratur an der Archivschule Marburg mehr berücksichtigt als zu meiner Zeit.)

(xiii) ArchivarInnen sollten im digitalen Zeitalter mehr denn je über den nationalen Tellerrand schauen!

Trotz bescheidener eigener Sprachkenntnisse und begrenzter Ressourcen habe ich als Anbieter von Archivalia von Anfang an Wert darauf gelegt, Neuigkeiten und Entwicklung auch außerhalb von Deutschland und des deutschsprachigen Raums zu Wort kommen zu lassen. Ob Blogs nicht größere Chancen bieten für die Völkerverständigung der Archivarszunft als die traditionellen Fachmedien („Archivar“ und „Archivalische Zeitschrift“)?

(xiv) Archive mit großen deutschsprachigen Beständen im nicht-deutschsprachigen Ausland, müssen mehr als bisher ermuntert werden, eine kompetente Betreuung sicherzustellen.

Der Vorwurf richtet sich weniger an die osteuropäischen Staaten, wo erstaunlich viel Wert auf Deutschkenntnisse auch in den Archiven gelegt wird, als an Frankreich, das im Elsass und in Lothringen fast nur französischsprachige Archivare beschäftigt, die auf deutschsprachige Anfragen nur auf Französisch zurückschreiben.

(xv) Personelle Defizite bei der Erschließung und Auskunftstätigkeit im nicht-deutschsprqachigen Ausland können durch Massen-Digitalisierung deutschsprachigen Archivguts kompensiert werden.

Kooperationsprojekte wie Porta fontium oder Archivum Rhenanum gehen in die richtige Richtung. Aber wieso wurden bei Archivum Rhenanum die französischen Einleitungen und Erschließungseinheiten, die ja deutschsprachige Archivalien betreffen, nicht übersetzt?“

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