„Corona-Virus-Pandemie“ & Veranstaltungen im deutschen Archivwesen: zur aktuellen Entwicklung

Absagen, Aktuelles, Allgemein, Konferenzen, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungstipps

Fulda.  Die „Corona-Virus-Pandemie“ erfasst auch das deutsche Archivwesen. Einige archivfachliche Veranstaltungen mussten bereits kurzfristig abgesagt werden. Die Möglichkeit der Durchführung anderer Fachtagungen und Konferenzen wird vielerorts diskutiert und neu geprüft.

Auf Grund sich schnell verändernder Risikoeinschätzungen zu COVID-19 und dem unsicheren Umgang mit größeren und kleineren Veranstaltungsformaten hier eine Zusammenstellung von relevanten Informationen für das Archivwesen.

I. Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu COVID-19

Das RKI hat am 11. März 2020 eine Handreichung mit „Kriterien für die Risikoeinschätzung“ bei Großveranstaltungen online publiziert. Sie trägt den Titel „COVID-19: Allgemeine Prinzipien der Risikoeinschätzung und Handlungsempfehlung für Großveranstaltungen“. Hierin findet sich folgender Abschnitt:

„Folgende Maßnahmen könnten getroffen werden, um das Risiko einer Übertragung und großer bzw. schwerer Folgeausbrüche zu verringern:

  • Eine dem Infektionsrisiko angemessene Belüftung des Veranstaltungsortes
  • Aktive Information der Teilnehmer und Teilnehmerinnen über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes wie Händehygiene, Abstand halten oder Husten- und Schnupfenhygiene
  • Teilnehmerzahl begrenzen bzw. reduzieren
  • Ausschluss von Personen mit akuten respiratorischen Symptomen
  • Eingangsscreening auf Risikoexposition und/oder Symptome
  • Auf enge Interaktion der Teilnehmenden verzichten
  • Veranstaltung verschieben oder je nach weiterer Entwicklung absagen.“

Stetig aktualisierte Informationen und Risikobewertungen finden Sie auf den dafür eingerichteten Websites des RKI unter.

Leere Stühle in Konferenzsaal bei abgesagter Veranstaltung

II. Aktuelle Meldungen zu Veranstaltungen im deutschen Archivwesen.

Die folgenden Veranstaltungen wurden in den letzten Tagen abgesagt (Auswahl derzeit vorliegender Meldungen, Stand: 19. März 2020):

+++ Absage des 90. Deutschen Archivtags (ursprünglich geplant für den 6. bis 9. Oktober 2020 in Bielefeld) +++

+++ Absage der Fachmesse ARCHIVISTICA 2020 (ursprünglich geplant für den 6. bis 8. Oktober 2020 in Bielefeld) +++

+++ Absage des Westfälischen Archivtages (ursprünglich geplant für den 17. bis 18. März 2020 in Hagen) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe LWL-Archivamt für Westfalen.

+++ Absage der vfm Frühjahrstagung 2020 (ursprünglich geplant für den 20. bis 22. April 2020 beim NDR in Hamburg) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe vfm – Verein für Medieninformation und Mediendokumentation.

+++ Absage des 5. Niedersächsischen Archivtages (ursprünglich geplant für den 23. und 24. März 2020 in der Hansestadt Stade) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Verband Niedersächsischer Archivarinnen und Archivare e.V. (VNA).

+++ Absage der Tagung „Globale Unternehmensstrategien: Über den grenzüberschreitenden Umgang mit Menschenrechten“ – 43. Öffentliche Vortragsveranstaltung der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (GUG) e.V. (ursprünglich geplant für den 24. März 2020 in Stuttgart) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e.V. .

+++ Absage des Landesarchivtages Sachsen-Anhalt (ursprünglich geplant für den 18. und 19. März 2020 in Blankenburg (Harz)) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Landesverband Sachsen-Anhalt im VdA.

+++ Absage des 30. Landesarchivtages Mecklenburg-Vorpommern (ursprünglich geplant für den 11. und 12. Mai 2020 in Neubrandenburg) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Landesverband Mecklenburg-Vorpommern im VdA

+++ Absage des 43. Landesarchivtages Hessen (ursprünglich geplant für den 19. Mai 2020 in Bad Homburg) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Landesverband Hessen im VdA

+++ Absage der Frühjahrstagung 2020 der Fachgruppe 6 im VdA, organisiert in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (ursprünglich geplant für den 1. und 2. April 2020 in Berlin) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Fachgruppe 6 im VdA (Archive der Parlamente, politischen Parteien, Stiftungen und Verbände)

+++ Absage der Frühjahrstagung der Fachgruppe 8 im VdA in Verbindung mit dem Archiv für deutsche Polarforschung (AdP) des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) (ursprünglich geplant für den 22. bis 24. April 2020 in Bremerhaven) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Fachgruppe 8 im VdA (Archive der Hochschulen sowie wissenschaftlicher Institutionen)

+++ Absage der Tagung „Zauberei ist des Teufels selbs eigen Werk – Hexenglaube und Hexenverfolgung im regionalen und interdisziplinären Vergleich“ des Hessischen Staatsarchivs Marburg (ursprünglich geplant für den 18. bis 20. März 2020 in Marburg) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Hessisches Landesarchiv

+++ Absage des Vortrages „‚Durch Zentralheizung erwärmt‘ – Dresdner Lichtspieltheater als neuer Raum in der Großstadt“ von Merve Lühr im Stadtarchiv Dresden (ursprünglich geplant für den 19. März 2020 in Dresden) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Stadtarchiv Dresden

+++ Absage der Filmvorführung „Alles auf Anfang – Das wilde Jahr 1990“ im Kino Krokodil organisiert von der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. – Archiv der DDR-Opposition (ursprünglich geplant für den 20. März 2020 in Berlin) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.

+++ Verschiebung des 64. Landesarchivtages Thüringen (ursprünglich geplant für den 6. und 7. Mai 2020 in Schmalkalden) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Landesverband Thüringen im VdA

+++ Absage der Frühjahrstagung des Verbandes hessischer Kommunalarchivarinnen und Kommunalarchivare e.V. (VhK) (ursprünglich geplant für den 25. März 2020 in Eschwege) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe die Website des Verbandes hessischer Kommunalarchivarinnen und Kommunalarchivare

+++ Absage des Treffens der Notfallverbünde im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Abteilung Kulturgutschutz (ursprünglich geplant für den 29. und 30. April 2020 in Weimar) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

+++ Verschiebung des 23. Brandenburgischen Archivtages (ursprünglich geplant für den 27. und 28. April 2020 in Potsdam) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Landesverband Brandenburg im VdA

+++ Verschiebung des Schleswig-Holsteinischen Archivtages (ursprünglich geplant für den 28. und 29. April 2020) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe VKA – Verband Schleswig-Holsteinischer Kommunalarchivarinnen und -archivare e.V.

+++ Absage der 56. Jahrestagung der Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare (ursprünglich geplant für die Tage vom 24. bis 26. Mai 2020 in Frankfurt am Main) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe VdW – Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare e.V.

+++ Absage des Archivtages Rheinland-Pfalz / Saarland (ursprünglich geplant für den 11. Mai in Neuwied ) +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz – Archivische Bildungsarbeit

+++ Absage des 54. Rheinischen Archivtags (ursprünglich geplant für den 18. und 19. Juni 2020 in Wesseling) – Verschiebung auf Juni 2021 +++

Für weitere Informationen hierzu siehe Landschaftsverband Rheinland – LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum

Wir sind bemüht, an dieser Stelle verlässliche neue Informationen zu sammeln und stetig zusammenzuführen. Für sachdienliche Hinweise zu aktuellen Veranstaltungsnachrichten aus dem deutschen Archivwesen sind wir sehr dankbar.

In diesem Sinne: „Bleiben Sie gesund!“

Ihr VdA-Blog Team.

18 Gedanken zu „„Corona-Virus-Pandemie“ & Veranstaltungen im deutschen Archivwesen: zur aktuellen Entwicklung

  1. Stand 13.3. 21:30 Uhr schließen ab Montag:
    Bundesarchiv, Landesarchive Berlin, Brandenburg, Bayern Niedersachsen, NRW, Sachsen.
    Teilweise weitere Entscheidungen am Montag zu erwarten.

  2. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen zum Corona-Virus hat sich der LWL dazu entschlossen, alle LWL-Kultureinrichtungen ab dem 14.03.2020 bis einschließlich 20.04.2020 für die Öffentlichkeit zu schließen. Das trifft auch den Lesesaal des LWL-Archivamtes, der bis auf Weiteres bis zum 20. April geschlossen bleibt.

    Wir bitten um Verständnis!

  3. Archivschließungen:
    Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen
    Universitätsarchiv Gießen (ab 18.3. bis voraussichtlich 19.4.)
    Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern (ab 16.3.)
    Stadtarchiv Bamberg (16.3. bis 19.4.)
    Deutsches Tanzarchiv Kön (bis 19.4.)
    Stadtarchiv Krefeld (bis 19.4.)
    Stadtarchiv Rendsburg (ab 17.3.)
    Stadtarchiv München (ab 17.3.)
    Stadtarchiv Linz am Rhein
    Kreisarchiv Verden
    Staatsarchiv Bremen (18.3. bis vorerst 30.3.)
    Saarländisches Landesarchiv (bis 24.4.)
    Stadtarchiv Limburg/Lahn (ab 18.3.)
    Hochschularchiv der RWTH Aachen (ab 20.3.)
    Stadtarchiv Saarbrücken (ab 18.3.)
    Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg (ab 18.3.)

    Quelle: geschlossene Facebook-Gruppe „Archivfragen“

  4. Solche Auflistungen sind wohl Stand jetzt irreführend, weil man dann denken könnte, die zahlreichen anderen, nicht genannten Archive hätten geöffnet. Welcher Träger erlaubt denn noch Publikumsverkehr in seinen Kultureinrichtungen? Die Tendenz dürfte sogar mittlerweile dahin gehen, auch die Backofficebereiche der Archive gegen 0 zu fahren (Stichwort: Notaufgabengliederungsplan)

  5. Könnte es quantitativ sinnvoll sein, wenn Archive und Notfallverbünde ihre Schutzausrüstungen, also Masken, Handschuhe und Overalls etc., den örtlich oder überörtlich bedürftigen Kranken- und Pflegeeinrichtungen, denen es daran ja teilweise zu mangeln scheint, zur Verfügung stellten? Sollte das überörtlich kommuniziert oder gar koordiniert werden? Oder wären das nur Tropfen auf den heißen Stein? …

  6. Es gibt vermutlich in allen größeren Städten den Aufruf an Firmen und Organisationen, eigene Bestände zu prüfen und zur Verfügung zu stellen. Da können und sollten sich alle (Archive etc.) einbringen, auch wenns nur ein paar Dutzend Masken o.ä. sind.

  7. Das 25. Archivwissenschaftliche Kolloquium ist verschoben worden, voraussichtlich auf den 6. und 7. Oktober 2020. Wir hoffen, dass es dann stattfinden kann.

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