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Über Joachim Kemper

Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg, AK Offene Archive (VdA)

Informationsveranstaltung (2. Oktober 2015)

Kurze Zusammenfassung der Informationsveranstaltung (Leitung: Dr. Irmgard Christa Becker, Marburg) im Rahmen des 85. Deutschen Archivtags, 2015: 

Dr. Irmgard Christa Becker (Marburg): Pilotprojekt Digitalisierung von archivalischen Quellen Eine Entscheidung seitens der DFG ist im nächsten Frühjahr zu erwarten. Informationen werden dann u.a. auf der Webseite der Archivschule Marburg veröffentlicht.

Dr. Christian Keitel (Stuttgart): CHE (Cultural Heritage Entities) – persistente Identifikatoren für Kulturgut Vorgestellt wurde ein Angebot an Archive, das von der DNB, dem Landesarchiv Baden-Württemberg sowie dem Bundesarchiv (als Ansprechpartner für den Archivbereich) erarbeitet worden ist. Hintergrund: Archivalien sollen und müssen dauerhaft im Netz nachgewiesen werden (URLs) – dauerhafte URLs sollen möglichst auch auf migrierte Dateien verweisen (Dateiformate veralten, Migration). Daher: Persistente Identifier sind nötig, aber derzeit eher bibliotheksgeprägt (URNs). Lösung und Angebot zur Nutzung: Cultural Heritage Entities/CHE.

Mag. Dr. Guenter Muehlberger (Innsbruck/Österreich): Als der Computer lernte, historische Handschriften zu lesen. Vorstellung der Forschungsplattform TRANSKRIBUS Hintergrund: Aktuelles EU-Projekt (2016-2019, mit Vorläufer), als Infrastrukturprojekt; Kick-off-Meeting im Januar 2016 in Marburg (Staatsarchiv). Ziel: Funktion der Handschriftenerkennung; Nutzergruppen: Historiker, Archivare usw. Aktuelle Plattform ist transkribus.eu = hier sind u.a. Beiträge der Archive erwünscht, also Texte/Quellen und Transkriptionen.

 Dr. Clemens Rehm (Stuttgart), Dr. Irmgard Christa Becker (Marburg): Handbuch Archivrecht Informationen zum Stand des geplanten Handbuchs, das vom VdA und der Archivschule Marburg gemeinsam herausgegeben wird (2016) – Vorstellung der Gliederung (Arbeitsfelder der Archive, mit rechtlichen Gegebenheiten: z.B. Überlieferungsbildung, Nutzung usw.); das Handbuch enthält auch ein Glossar. Es wird als Buch in einem juristischen Fachverlag erscheinen.

Dr. Irmgard Christa Becker (Marburg): Zur geplanten Verlegung des Staatsarchivs Würzburg nach Kitzingen Offener Brief des VdA;  Ankündigung einer Online-Petition gegen die Verlegungspläne

Wann findet die erste deutsche Archiv-„Unkonferenz“ (BarCamp) statt?

Eine gute Frage, die hoffentlich demnächst mit „bald“ oder „in absehbarer Zeit“ usw. usf. beantwortet wird – wie auch immer: Einstweilen kann auf das erste deutsche Historiker/innen-BarCamp verwiesen werden. Das Histocamp findet (in den Räumen eines Archivs) am 27. und 28. November 2015 in Bonn statt.

Zum Hintergrund (via Histocamp-Blog): BarCamps sind Unkonferenzen, Ad-hoc-Nicht-Konferenzen. Es sind offene Veranstaltungen, bei denen die Teilnehmenden das Programm gemeinsam festlegen und gestalten. Der Ablauf sieht so aus: Nach einer allgemeinen Vorstellungsrunde geben Interessierte ihre Vorschläge für sessions ins Plenum, das darüber abstimmt, welche davon tatsächlich stattfinden sollen. Danach wird das Programm ad-hoc auf Whiteboards oder Pinnwänden für alle festgehalten, auf Räume verteilt und der thematische Teil beginnt. Die Teilnehmenden verteilen sich nach Lust und Laune in kleinere Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen – den sessions. In diesen sessions selbst gibt es keine Vorträge, sondern es wird intensiv diskutiert und miteinander an den Themen gearbeitet. Alle können so zum Gelingen einer session beitragen. Am Ende des BarCamps werden die Ergebnisse der einzelnen sessions bei einer allgemeinen Abschlussrunde wieder zurück ins Plenum gespielt. Ziel dieses Formats ist es, in lockerer und produktiver Atmosphäre in kleinen Gruppen miteinander zu arbeiten. Das HistoCamp ist das erste BarCamp, bei dem es um Geschichte gehen wird. Es ist offen für alle historischen Themen und Epochen und soll neben den üblichen wissenschaftlichen Veranstaltungsformaten wie Tagung und Workshop (der funktioniert ja mittlerweile auch oft nach dem Tagungsprinzip!) ein Ort sein, wo gemeinsam an und mit Geschichte gearbeitet wird. Verschiedene Social Media-Kanäle begleiten das HistoCamp vorher, währenddessen und auch nachher. Sie sollen ein kollaboratives Arbeiten aller Teilnehmenden ermöglichen, die einzelnen sessions miteinander in Kontakt halten und die Ideen der breiten Community zugänglich machen.

Ankündigung: Offene Archive 2.2 (Konferenz)

Nach den beiden Konferenzen in Speyer (2012) und in Stuttgart (2014) wird in diesem Jahr die dritte Veranstaltung „Offene Archive“ am 3. und 4. Dezember 2015 in Siegen stattfinden. Neben Vorträgen, die sich den aktuellen Entwicklungen in Deutschland und in Europa widmen, werden in diesem Jahr auch erstmals Workshops angeboten, die die Möglichkeit bieten sollen, einzelne Themen und Aspekte vertiefend zu diskutieren. Geplant sind unter anderem Workshops zur Entwicklung einer umfassenden digitalen Archivstrategie, zum Monitoring bzw. zur Evaluierung archivischer Web 2.0-Aktivitäten, zu Guidelines und zur Frage, wie Archivalien in Mobile-Games genutzt werden können. Ebenfalls wird erstmals eine Podiumsdiskussion stattfinden. In dieser soll die Rolle der Sozialen Medien in der archivischen Aus-, Weiter- und Fortbildung angesprochen werden. Die Abstracts sowie Kurzbiografien der ReferentInnen/WorkshopleiterInnen werden sukzessive im Tagungsblog veröffentlicht.

Aktuelles Programm (Link)

Termin und Ort: Siegen, 3. bis 4. Dezember 2015, Kulturhaus LYZ,  St.-Johann-Str. 18, 57074 Siegen. Diskussionsbeiträge sind über den Twitter-Hashtag #archive20 möglich.

Die Teilnahme ist kostenfrei (begrenzte Teilnehmerzahl). Anmeldungen über das LWL-Archivamt: Tel. +49 251 / 591-3890, E-Mail: lwl-archivamt@lwl.org

Organisationsteam: Thomas Wolf, Antje Diener-Staeckling, Joachim Kemper, Elisabeth Steiger