Beitrag von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung über Archive

Unter dem Titel „Hirnlosigkeit ist kein Geschäftsmodell“ befasst sich Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) anlässlich des bevorstehenden 89. Deutschen Archivtages in Suhl mit der Frage: „Warum eine Demokratie hervorragende Archive braucht – und wie die Zukunft der Stasi-Unterlagen aussieht.“

Prantl hatte sich bereits auf dem 81. Deutschen Archivtag in einem Vortrag mit der „Systemrelevanz der Archive“ beschäftigt.

Ergänzung: Der Beitrag steht jetzt auch auf den Seiten des VdA zum Download bereit.

Tagung „Kriegsfolgenarchivgut“ im Lastenausgleichsarchiv

von Karsten Kühnel

Anlässlich des 30jährigen Bestehens des Lastenausgleichsarchivs richtet das Bundesarchiv am 14. und 15. Oktober 2019 in seiner Dienststelle in Bayreuth eine Tagung zum Thema „Kriegsfolgenarchivgut: Entschädigung, Lastenausgleich und Wiedergutmachung in Archivierung und Forschung“. Der Titel der Tagung leitet sich aus der Bezeichnung des Auftrags und der Rechtsgrundlage des Lastenausgleicharchivs her, dem „Gesetz über die zentrale Archivierung von Unterlagen aus dem Bereich des Kriegsfolgenrechts“ (KrArchG). Die Referenten beschäftigen sich mit der Archivierung und wissenschaftlichen Auswertung von Archivgut, das als Folge des Zweiten Weltkriegs und im Kontext menschenrechtsverletzenden staatlichen Handelns nicht nur in Deutschland entstanden ist. Breiten Raum nimmt dabei der Bezug zu Entschädigungs- und Wiedergutmachungsmaßnahmen ein.

Bei den Veranstaltungsankündigungen auf der Homepage des Bundesarchivs ist das Programm nun online. Dort findet sich auch der Link zum Tagungsflyer und Hinweise zur Anmeldung und Hotelbuchung: https://www.bundesarchiv.de/DE/Content/Veranstaltungen/2019-10-14-tagung-kriegsfolgenarchivgut-bayreuth.html

 

Offene Archive – 5. Konferenz mit ArchivCamp

Offene Archive – 5. Konferenz mit ArchivCamp
4. und 5. November 2019, Berlin

30 Jahre nach der Friedlichen Revolution von 1989:

Der Arbeitskreis Offene Archive im VdA lädt herzlich nach Berlin ein!

 

Die Öffnung des Archivs der Stasi war ein weltweit einmaliger Vorgang mit Vorbildwirkung für viele postdiktatorische Gesellschaften. Erstmals konnten Bürger*innen am 2. Januar 1992 Einsicht in Stasi-Unterlagen nehmen, um ihr eigenes Schicksal aufzuklären. Die Machtzentrale der DDR-Geheimpolizei ist heute ein Ort der Aufklärung über Diktatur und Widerstand und ein Lernort für Demokratie.

Am 4. und 5. November 2019 laden wir 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution zur fünften Ausgabe der „Offenen Archive“ in Berlin ein. Hochkarätige Keynotes, spannende Kurzvorträge sowie eine Podiumsdiskussion zur Archiv-, Netz- und Kulturpolitik sind Teil des Programms. Das öffentliche archiv-, netz- und kulturpolitische Podium am 4. November (ab 19 Uhr) wird u.a. mit Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen), Prof. Dr. Gerald Maier (Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg), Helene Hahn (Wikimedia Deutschland e.V., Präsidium), Erhard Grundl (MdB, kulturpolitischer Sprecher Bündnis90/Die GRÜNEN-Bundestagsfraktion) und Martin Rabanus (MdB, Sprecher für Kultur und Medien, SPD-Bundestagsfraktion) besetzt sein.

Aber das Programm ist damit noch nicht erschöpft! Ein BarCamp bietet Teilnehmer*innen an beiden Tagen der Konferenz die Möglichkeit zur niedrigschwelligen, aber auch intensiven Diskussion. Themen können, eher archivuntypisch spontan, eingebracht werden; gängige oder eingefahrene Denkmuster der Archivwelt dürfen und sollen hinterfragt werden!

Ort: Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU). Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie („Haus 22“, Ruschestr. 103, 10365 Berlin) (zur Orientierung).

 

Programm (vorläufig) und Termin:

4. November ab 10.30 Uhr:

Begrüßung(en)

 

Keynotes

Dagmar Hovestädt (BStU, Sprecherin des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen): Aktiv in Sachen Demokratie und Menschenrechte. Erfahrungen des Stasi-Unterlagen-Archivs (Abstract)

John Weitzmann (Wikimedia Deutschland e.V.)

 

Mittagspause (Catering vor Ort), danach Start des ArchivCamps (Sessions, Sessions, Diskussionen etc.!) – weitere Informationen zum ArchivCamp folgen demnächst!!!

 

Kurzvorträge (ab 16.30 Uhr)

Lambert Kansy/Martin Lüthi (CH)

Christian Bunnenberg (Bochum)

Alexander Czmiel (TELOTA-Initiative)

Sebastian Bondzio (Osnabrück)

 

Öffentliche Podiumsdiskussion (ab 19:00) mit Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen), Prof. Dr. Gerald Maier (Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg), Helene Hahn (Wikimedia Deutschland e.V., Präsidium), Erhard Grundl (MdB, kulturpolitischer Sprecher Bündnis90/Die GRÜNEN-Bundestagsfraktion) und Martin Rabanus (MdB, Sprecher für Kultur und Medien, SPD-Bundestagsfraktion)

 

5. November ab 09:00 Uhr:

Keynotes

Matthias Leitner (Bayerischer Rundfunk): Wie Kurt Eisner uns seine Geschichte in WhatsApp erzählte

Rainer E. Klemke (BerlinHistory-App)

 

Fortsetzung des ArchivCamps

 

Am Vormittag zusätzlich: Talks von Ausstellern (Walter Nagel, rosenberger data, startext)

 

Mittagspause (Catering vor Ort)

 

Abschlussrunde des ArchivCamps, Schlussdiskussion und Ende der Konferenz am frühen Nachmittag

 

Anmeldungen: veranstaltungen@bstu.bund.de

Informationen und News rund um Konferenz und ArchivCamp:

https://archive20.hypotheses.org/
@archive20
#archive20 #archivcamp
Einreichungen für das ArchivCamp sind ab sofort möglich (Mailadresse folgt!).

Flyer

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises Offene Archive im VdA in Kooperation mit der BStU, der Robert Havemann Gesellschaft e.V., der Wikimedia Deutschland e.V., dem LWL Archivamt, dem Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, dem Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg und digiS.

Gefördert durch: Walter Nagel, rosenberger data und startext.

Konzeption und Programm: Mitglieder des AK Offene Archive in Verbindung mit dem BStU und der Wikimedia Deutschland e.V.

Call for Papers 90. Deutscher Archivtag 2020 Bielefeld

Vom 6. bis 9. Oktober 2020 findet der 90. Deutsche Archivtag in Bielefeld statt. Als Rahmenthema hat der VdA-Vorstand „Miteinander arbeiten und miteinander reden – Kommunikation rund um das Archiv“ gewählt. Ab sofort können Themenvorschläge für Vorträge eingereicht werden.

Vorschläge für den 90. Archivtag 2020 können ab sofort eingereicht werden! Grafik: VdA

Für den 90. Deutschen Archivtag hat der Programmauschuss des Gesamtvorstandes eine Neuerung beschlossen: Die Gemeinsame Arbeitssitzung wird in Bielefeld keine thematisch eigenständige Sitzung sein, sondern eine Vorschau und gleichzeitig Überleitung zu den Sektionssitzungen 1 und 2. Vier Themen werden dort in Kurzreferaten angeschnitten, welche dann in den Sektionen 1 und 2 gemeinsam mit dem gesamten Plenum vertiefend diskutiert werden sollen.Weiterlesen

Rückblick 24. Kolloquium der Archivschule Marburg

Ein Gastbeitrag von Christian Rausch

Am 24. und 25. Juni 2019 feierte die Archivschule Marburg ihr 70-jähriges Bestehen mit dem 24. Archivwissenschaftliches Kolloquium, diesmal zum Thema „Berufspraxis und Ausbildung. Archivarische Kompetenzen im 21. Jahrhundert“, und einer Ausstellung im Staatsarchiv Marburg. Anlässlich des Jubiläums erlaubte sich die Archivschule einen Fokus in eigener Sache: Zur Zukunft der archivarischen Fachausbildung.

Bot Raum für Diskussionen: Das 24. Kolloquium der Archivschule Marburg. Foto: Archivschule Marburg

Nach einer Eröffnungsansprache durch die Leiterin der Archivschule Marburg, Dr. Irmgard Christa Becker, und einem Grußwort von Bürgermeister Wieland Stötzel erfolgte der Eröffnungsvortrag von Geir Magnus Walderhaug von der Universität Oslo zum Thema „Archival education ‚for-ever‘ or ‚for-now‘“. Er plädierte für eine stärkere öffentliche Sichtbarkeit des Archivarsberufs, spannte einen Bogen über die großen Fragen archivwissenschaftlicher Lehre und thematisierte manches Spannungsfeld, das später noch vertieft diskutiert werden sollte. Weiterlesen

ICA und SPA-Newsletter erschienen – Registrierung für ICA Konferenz 2019

Für den Mai/ Juni 2019 sind aktuelle Newsletter erschienen: Einerseits der Newsletter des ICA, andererseits der vom VdA-Vorstandsmitglied Dr. Bettina Joergens betreute Newsletter des Steering Committees (SPA).

Im Letztgenannten findet sich ein ausführlicher englischsprachiger Bericht zum Treffen der SPA-Mitglieder in Santiago de Chile sowie Informationen des polnischen ArchivarInnen-Verbands und des VdA. Der ICA-Newsletter bietet wie gewohnt eine Fülle an Informationen aus den einzelnen Mitgliedsländern sowie eine Übersicht und Informationen zu kommenden Veranstaltungen.

Grafik: ICA

Ab sofort ist auch die Registrierung zur ICA-Jahreskonferenz 2019 möglich. Der internationale Kongress findet in diesem Jahr vom 21. bis 25. Oktober im südaustralischen Adelaide statt. Noch bis zum 31. Juli 2019 ist der vergünstigte Early-Bird-Tarif buchbar.

Frühjahrstreffen des Steering Committee / Bureau der Section of Professional Associations (SPA) im ICA

Ein Gastbeitrag von Dr. Bettina Joergens

Vom 13. bis zum 17. Mai 2019 fand das Frühjahrstreffen des Steering Committee / Bureau der Section of Professional Associations (SPA) im International Council on Archives (ICA) statt. In diesem Jahr mussten fast alle einen sehr weiten Weg zurücklegen: Der Chilenische Kollege im SPA und Präsident des chilenischen Archivverbandes, Eugenio Bustos Ruz, lud nach Santiago de Chile ein.

Gekommen waren Vilde Ronge (Norwegen, Präsidentin des SPA), Becky Haglund Tousey (U.S.A., Vizepräsidentin des SPA), Pierre-Frédéric Brau (Frankreich, Schriftführer), Cédric Champagne (Kanada, Schriftführer), Mei Du (China), Michal Henkin (Israel), Marta Munera (Spanien), Bert de Vries (Niederlande), Piotr Zawilski (Polen) und Dr. Bettina Joergens (Deutschland, Newsletter-Redakteurin). Leider war es Alassane Ndiath aus dem Senegal nicht möglich, an dem Treffen in Chile teilzunehmen.

Die TeilnehmerInnen des Frühjahrstreffens in Santiago de Chile. Foto: Nationalarchiv Chile

Die durchaus intensiven Diskussionen kreisten im Wesentlichen um drei zentrale Fragen bzw. Themen:

  1. Was kann bzw. muss das Steering Committee unternehmen, um die Fachverbände für das Archivwesen und für Records Management besser zu unterstützen?
  2. Welche Grundlagen und Arbeitsinstrumente müssen geschaffen bzw. verbessert werden, um die Zusammenarbeit innerhalb des ICA effizienter und effektiver zu machen.
  3. Welche der ca. 50 eingereichten Kurzfilme sollen für die Preisverleihung beim Filmfestival in Adelaide nominiert werden?Weiterlesen

Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019: Aufruf zur Beteiligung

Ein Gastbeitrag von Christina Wolf

Seit 1993 findet jeweils am zweiten Sonntag im September bundesweit der Tag des offenen Denkmals statt. Koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, hat sich der Aktionstag in den letzten 25 Jahren zur einer großen und bedeutenden Kulturveranstaltung Deutschlands entwickelt.

Viele Denkmale, die ansonsten nicht öffentlich zugänglich sind, öffnen an diesem Tag ihre Türen für Interessierte. Damit sollen Aufmerksamkeit und Interesse für das kulturelle Erbe des Landes geweckt werden. Und wirklich nutzen inzwischen Millionen von Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen von Denkmälern und Veranstaltungsorten zu werfen und sich mit der Bewahrung des Kulturerbes auf vielfältigen Ebenen auseinander zu setzen. Die öffentliche und mediale Resonanz ist bundesweit überwältigend.

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Fördermittel des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste 2019

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg stellt Fördermittel für Forschungsprojekte zur Provenienzforschung im Bereich „NS-Raubgut“ und seit Beginn des Jahres auch für „Koloniale Kontexte“ zur Verfügung. Die nächste Antragsfrist für eine langfristige Förderung in beiden Feldern endet am 1. Juni 2019.

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste bittet um Mithilfe. Foto: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

Im Forschungsbereich „NS-Raubgut“ sind neben öffentlichen Einrichtungen auch privat getragene Einrichtungen (z.B. Museen, Archive, Vereine, Unternehmen) und Privatpersonen in Deutschland antragsberechtigt. Das Zentrum fördert systematische Bestandsprüfungen und Grundlagenforschung zum historischen Kontext des NS-Kulturgutraubs sowie die Erschließung von Archivbeständen und die Rekonstruktion von privaten Sammlungen, die während der NS-Herrschaft verfolgungsbedingt entzogen, aufgeteilt oder zerstört wurden. Auch die Provenienzklärung privater Sammlungen ist förderfähig, sofern ein Verdacht auf NS-verfolgungsbedingten Entzug besteht.

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