Tagung des Bureau of SPA in Oslo

Ein Gastbeitrag von Dr. Bettina Joergens

Seit gestern tagt das neu konstituierte Bureau of SPA in Oslo. Das Treffen findet im Nationalarchiv Norwegens statt. Dabei sind neun Kolleginnen und Kollegen aus Norwegen, USA, Katalonien, Frankreich, Chile, Israel, China, Polen und Deutschland; der Kollege aus dem Senegal konnte aufgrund von Visa-Problemen leider nicht anreisen.

Das Nationalarchiv Norwegens in Oslo

Unsere Themen sind unter anderem das Arbeitsprogramm der kommenden vier Jahre. Dazu gehört etwa unser Workshop, den wir bei der jährlichen ICA-Konferenz im November 2017 in Mexico City anbieten werden: Es soll ganz praktisch der „Elevator-Pitch“ geübt werden – sozusagen der praktische Teil der Advocacy-Broschüre.

Ausserdem werden wir uns an dem Afrika Programm beteiligen. Die erste Herausforderung wird sein, Kontaktdaten zu afrikanischen Archivverbänden zu bekommen. Wer also bereits Kontakt zu afrikanischen ArchivarInnen hat, kann uns damit weiterhelfen.

Auf der Tagung werden wir intensiv über die Kommunikation mit den Archivverbänden und untereinander diskutieren. Wir brauchen neue Konzepte, um die Mitglieder der Archivverbände besser über SPA, den ICA und internationale Fachthemen zu informieren, aber auch um die Kommunikation mit den KollegInnen weltweit interaktiver zu gestalten.

Ideen und Wünsche dazu sind in diesem Blog herzlich Willkommen!

Viele Grüße aus Oslo
Bettina Joergens

Handbuch Archivrecht erschienen

Handbuch Archivrecht für die Praxis. Foto: MUR-Verlag

Gerade ist das von Irmgard Christa Becker und Clemens Rehm herausgegebene Handbuch Archivrecht in der Reihe Berliner Bibliothek zum Urheberrecht erschienen.

Entlang der archivarischen Fachaufgaben stellen ArchivarInnen die wichtigsten Rechtsfragen des Archivwesens praxisnah dar. Eingerahmt werden die fachlichen Kapitel durch einen historischen Überblick, eine Einordnung in den Staatsaufbau der Bundesrepublik Deutschland und ein Stichwortverzeichnis.

Die Gliederung anhand der Fachaufgaben soll den MitarbeiterInnen der Archive und den am Archivrecht Interessierten die Möglichkeit geben, bezogen auf ihre archivfachlichen Fragestellungen die dazu gehörigen Rechtsfragen und die möglichen Antworten rasch aufzufinden.

Der Band ist im MUR-Verlag erschienen und kann im Buchhandel oder direkt beim Verlag erworben werden.

Aufforderung zur Mitwirkung am Internationalen Tag der Archive 2017

Ein Gastbeitrag von Dr. Bettina Joergens

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am Freitag, den 9. Juni 2017, ist der Internationale Tag der Archive. Das diesjährige Motto lautet – in der Übersetzung – „Archive, Bürgerrecht und Interkulturalismus“.

Dieser Internationale Tag der Archive ersetzt nicht unseren Tag der Archive jeweils im März. Dennoch ist der 9. Juni eine prima Gelegenheit, um etwa mit einer Pressemitteilung, einem Facebook- oder Blog-Post oder einer Aktion im Archiv auf diesen für das Archivwesen international bedeutenden Tag hinzuweisen. Damit kann insbesondere bei dem diesjährigen Thema auf die wichtige Bedeutung von Archiven für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aufmerksam gemacht werden.

ICA International Archive Day

Für Ihre Aktivitäten können Sie vom ICA kostenfrei bereit gestelltes Bildmaterial wie Poster, Postkarten und Lesezeichen nutzen. Die Einladung und mehr zum Konzept finden Sie hier. Prima wäre, wenn Sie über den VdA-Blog Ihre Ideen zum Internationalen Tag der Archive bekannt machen würden. Auch die Organisatorinnen und Organisatoren beim ICA freuen sich über Fotos und Infos zu den Aktivitäten weltweit.

Danke für’s Mitmachen!

Herzliche Grüße
Bettina Joergens

Wieviel Radfahrerwissen steckt noch in Archiven?

Ein Gastbeitrag von Jens Bemme

Das Jubiläum „200 Jahre Fahrrad“ ist eine runde Gelegenheit zu fragen, wieviel altes Radfahrerwissen in Archiven steckt das noch nicht gesucht, gefunden und erneut sichtbar gemacht wurde. Welche Wege gibt es, für dieses Wissen und die Quellen, in denen es steckt und stecken könnte, Neugier zu wecken?

Durch die Digitalisierung historischer Radfahrerbücher entstand in den vergangenen Jahren eine digitale „Sammlung“ von Tourenbüchern, Radfahrerkarten und anderer Radfahrerliteratur. Die Herausgeber und Autoren waren im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts bürgerliche Radfahrer und Vereinsfunktionäre – später auch Arbeiter-Radfahrer bzw. Verlage, die für diese radfahrenden Kunden veröffentlichten. Dabei kann man feststellen: Die regionalen Radfahrerbünde sind weitgehend in Vergessenheit geraten. Auch eine wünschenswerte Übersicht aller historischen Radfahrervereine gibt es noch nicht. Stadt- und Staatsarchive sind dafür mutmaßlich unerschöpfliche Quellen, um die Geschichte des Fahrrads und des Radfahrens auf lokaler und regionaler Geschichte 2017 (und danach) im Detail neu zu erzählen.

Von Interesse für die Familien- und Heimatforschung könnte bspw. das Jahrbuch der deutschen Radfahrervereine 1897 sein. Auf Wikisource wird die OCR der 440 Seiten des Jahrbuchs mit Vereinsadressen, Namen und Berufsbezeichnungen derzeit korrigiert. Hilfe ist willkommen – und Verbindungen zu und mit anderen (digitalen) Quellen erst recht!

Gab es in Ihrem Ort um 1900 einen Radfahrerverein? Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung!

Kontakt: Jens Bemme, Dresden – www.jensbemme.de, Twitter: @jeb_140 bzw. @radfahrerwissen

Ankündigung: Workshop zur Evaluierung bereits bestehender Dokumentationsprofile und Bewertungsmodelle

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der VdA-Arbeitskreis Archivische Bewertung hat eine Handreichung erarbeitet, die die Archive bei der Evaluierung von Dokumentationsprofilen und Bewertungsmodellen unterstützen soll. Der darin enthaltene Kriterienkatalog soll eine systematische Überprüfung bereits bestehender Bewertungsdokumente ermöglichen.

Am 24. Oktober 2017 möchten wir das Papier auf einem Workshop im Hauptstaatsarchiv Stuttgart allen interessierten Kolleginnen und Kollegen vorstellen und es gemeinsam diskutieren. Das genaue Programm wird voraussichtlich im Juni 2017 veröffentlicht. Bereits jetzt möchten wir aber allen Interessierten empfehlen, sich diesen Termin in ihrem Terminkalender vorzumerken.

Viele Grüße,
Nicola Wurthmann und Christian Keitel
für den Arbeitskreis Archivische Bewertung

Umfrage: Nutzung von digitalen Unterlagen in Archiven

Die folgende slowenische Umfrage (mit Link) gebe ich gerne hier weiter:

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

wir bitten Sie uns bei der Umfrage „Nutzung der digitale Unterlagen (E-Materials) in den Archiven durch Fachpersonal“,  zu unterstützen. Ziel ist es, die Meinungen der Kollegen aus den europäischen und den Archiven der ganzen Welt zusammen zu tragen.

Mit Hilfe der Umfrage soll definiert werden, welche Kenntnisse und Fähigkeiten seitens der Fachmitarbeiter aus den Archiven mit dem Umgang des E-Materials im Archiv gefordert sind. Hierzu wird abgefragt, welche Fachausbildung erforderlich ist sowie ob und wie sie sich beruflich fort- und weitergebildet haben. Zudem interessiert wie das Personal ihr Wissen und ihre Fähig- und Fertigkeiten erweiterten. Die Studie soll ebenso die Zufriedenheit im Beruf sowie den Umgang mit dem E-Material widerspiegeln. Auch wird erwartet, dass Unstimmigkeiten, die bei der Arbeit mit dem E-Material entstehen, aufgezeigt werden und wo die größten beruflichen Herausforderungen liegen.

Link: http://www.mojaanketa.si/anketa/600253703/1/

Die Umfrage erfolgt in der Zeit vom 15. März bis zum 1. Mai 2017. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert lediglich 10 Minuten. Alle gesammelten Daten werden vertraulich behandelt.

Die Beschreibung, der Verlauf und die Ergebnisse der Forschung werden im Rahmen des Beitrags für die 28. Versammlung der „Gesellschaft für Archive Sloweniens“ [Slowenischer Archivverein, http://www.arhivsko-drustvo.si/] im Oktober 2017 in Portorož und auf der Website des „Historischen Archivs Ljubljana“ (www.zal-lj.si) präsentiert.

Bewertungsempfehlungen der Arbeitsgruppe „Archivische Bewertung“ der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Kommunalarchive

Die Arbeitsgemeinschaft bayerischer Kommunalarchive hat gestern im Rahmen der 50. Jahrestagung einen Bewertungskatalog des Arbeitskreises Bewertung vorgestellt und veröffentlicht: http://kommunalarchive-bayern.de/index.php?id=591

„Aufgabe des Arbeitskreises war es, einen Leitfaden zu entwickeln, an dem sich Archive bei der Übernahme von behördlichem Schriftgut im Rahmen der Aussonderung orientieren können. Die damit in den Blick genommene Bewertung des angebotenen Registraturgutes soll eine erste Arbeitshilfe für die mit der Archivierung betrauten Fachkollegen sein. Zudem ist so die Übernahme von als archivwürdig bewerteten Unterlagen in die Archive als ein nachvollziehbares und von archivfachlichen Überlegungen geprägtes Handeln anzustreben.

Die hier vermerkten Bewertungen begreifen sich als Empfehlungen. Lokale Gegebenheiten und das jeweils beabsichtigte Archivprofil wie auch die Größe der Kommune und ihres Archivs können weitere ausschlaggebende Bewertungskriterien sein. Die in den Kommunen gepflegten Ablagegewohnheiten zwingen unter Umständen auch zur Prüfung von Aktengruppen, die in der Regel nicht archivwürdiges Schriftgut erwarten lassen (z.B. gesammelte Rechtsgrundlagen mit ergänzenden individuellen und damit archivwürdigen Stellungsnahmen).“

Vor ähnlichen Bewertungsentscheidungen dürften täglich zahlreiche Kolleginnen und Kollegen stehen, so dass ein Abgleich mit der eigenen Praxis sinnvoll erscheint – wo liegen Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede? Als umfassender Bewertungskatalog ist das Modell mindestens dort enorm hilfreich, wo vielleicht andernorts noch gar keine Vorstellungen von der Archivwürdigkeit spezieller Aktengruppen bestehen. Interessant erscheint auch, dass es sich um ein Bewertungsmodell handelt und nicht um ein Dokumentationsprofil – ist das ein Bug oder ein Feature? Wie immer gilt: Diskussionen sind herzlich erwünscht!

 

 

Webseite des Verbands Niedersächsischer Archivarinnen und Archivare e.V. online

Der Verband Niedersächsischer Archivarinnen und Archivare e.V. (VNA) ist jetzt auch mit eigener Webseite im Internet vertreten.

Der VNA ist 2015 aus der „Arbeitsgemeinschaft der niedersächsischen Kommunalarchivare“ (ANKA) hervorgegangen, in der seit 1963 die haupt- und ehrenamtlichen Kommunalarchivare Niedersachsens organisiert waren. Mit der Erweiterung zum VNA werden jetzt alle Archivsparten abgedeckt, auch für Ehrenamtliche besteht weiterhin die Möglichkeit einer Mitgliedschaft.

Der VNA gibt die Archiv-Nachrichten Niedersachsen (PDF’s der älteren Ausgaben sind auf der Homepage zu finden) heraus und organisiert den Niedersächsischen Archivtag (der kommende Archivtag findet am 24. und 25. April 2017 in Holzminden statt).

Grundsteinlegung für das Stadtarchiv und das Rheinische Bildarchiv in Köln

„Die Stadt Köln errichtet am Eifelwall Europas modernstes kommunales Archiv, in dem das Historische Archiv der Stadt Köln und das Rheinische Bildarchiv ihren neuen Platz finden. Oberbürgermeisterin Henriette Reker wird morgen, 17. März 2017, 11 Uhr, die Grundsteinlegung vornehmen.

In dem künftigen Neubau werden das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv räumlich zusammengeführt. Auf einer Gesamtfläche von etwa 20.300 Quadratmetern stehen rund 58 Regalkilometer und 460 Planschränke für das Archivgut zur Verfügung. Das Rheinische Bildarchiv bekommt weitere 2,2 Regalkilometer Lagerfläche. Hinzu kommen moderne Büroflächen, Räume für die digitale Bildbearbeitung, Fotolabore für die Arbeit in analoger Fototechnik und die Negativrestaurierung und ein Fotostudio.Weiterlesen