Bewertungsempfehlungen der Arbeitsgruppe „Archivische Bewertung“ der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Kommunalarchive

Die Arbeitsgemeinschaft bayerischer Kommunalarchive hat gestern im Rahmen der 50. Jahrestagung einen Bewertungskatalog des Arbeitskreises Bewertung vorgestellt und veröffentlicht: http://kommunalarchive-bayern.de/index.php?id=591

„Aufgabe des Arbeitskreises war es, einen Leitfaden zu entwickeln, an dem sich Archive bei der Übernahme von behördlichem Schriftgut im Rahmen der Aussonderung orientieren können. Die damit in den Blick genommene Bewertung des angebotenen Registraturgutes soll eine erste Arbeitshilfe für die mit der Archivierung betrauten Fachkollegen sein. Zudem ist so die Übernahme von als archivwürdig bewerteten Unterlagen in die Archive als ein nachvollziehbares und von archivfachlichen Überlegungen geprägtes Handeln anzustreben.

Die hier vermerkten Bewertungen begreifen sich als Empfehlungen. Lokale Gegebenheiten und das jeweils beabsichtigte Archivprofil wie auch die Größe der Kommune und ihres Archivs können weitere ausschlaggebende Bewertungskriterien sein. Die in den Kommunen gepflegten Ablagegewohnheiten zwingen unter Umständen auch zur Prüfung von Aktengruppen, die in der Regel nicht archivwürdiges Schriftgut erwarten lassen (z.B. gesammelte Rechtsgrundlagen mit ergänzenden individuellen und damit archivwürdigen Stellungsnahmen).“

Vor ähnlichen Bewertungsentscheidungen dürften täglich zahlreiche Kolleginnen und Kollegen stehen, so dass ein Abgleich mit der eigenen Praxis sinnvoll erscheint – wo liegen Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede? Als umfassender Bewertungskatalog ist das Modell mindestens dort enorm hilfreich, wo vielleicht andernorts noch gar keine Vorstellungen von der Archivwürdigkeit spezieller Aktengruppen bestehen. Interessant erscheint auch, dass es sich um ein Bewertungsmodell handelt und nicht um ein Dokumentationsprofil – ist das ein Bug oder ein Feature? Wie immer gilt: Diskussionen sind herzlich erwünscht!

 

 

Webseite des Verbands Niedersächsischer Archivarinnen und Archivare e.V. online

Der Verband Niedersächsischer Archivarinnen und Archivare e.V. (VNA) ist jetzt auch mit eigener Webseite im Internet vertreten.

Der VNA ist 2015 aus der „Arbeitsgemeinschaft der niedersächsischen Kommunalarchivare“ (ANKA) hervorgegangen, in der seit 1963 die haupt- und ehrenamtlichen Kommunalarchivare Niedersachsens organisiert waren. Mit der Erweiterung zum VNA werden jetzt alle Archivsparten abgedeckt, auch für Ehrenamtliche besteht weiterhin die Möglichkeit einer Mitgliedschaft.

Der VNA gibt die Archiv-Nachrichten Niedersachsen (PDF’s der älteren Ausgaben sind auf der Homepage zu finden) heraus und organisiert den Niedersächsischen Archivtag (der kommende Archivtag findet am 24. und 25. April 2017 in Holzminden statt).

Grundsteinlegung für das Stadtarchiv und das Rheinische Bildarchiv in Köln

„Die Stadt Köln errichtet am Eifelwall Europas modernstes kommunales Archiv, in dem das Historische Archiv der Stadt Köln und das Rheinische Bildarchiv ihren neuen Platz finden. Oberbürgermeisterin Henriette Reker wird morgen, 17. März 2017, 11 Uhr, die Grundsteinlegung vornehmen.

In dem künftigen Neubau werden das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv räumlich zusammengeführt. Auf einer Gesamtfläche von etwa 20.300 Quadratmetern stehen rund 58 Regalkilometer und 460 Planschränke für das Archivgut zur Verfügung. Das Rheinische Bildarchiv bekommt weitere 2,2 Regalkilometer Lagerfläche. Hinzu kommen moderne Büroflächen, Räume für die digitale Bildbearbeitung, Fotolabore für die Arbeit in analoger Fototechnik und die Negativrestaurierung und ein Fotostudio.Weiterlesen

Gedenkveranstaltung zum achten Jahrestag des Archiveinsturzes in Köln

Freitag, 3. März 2017, um 13:15 Uhr vor dem Haus Waidmarkt 2 / „Papa Rudi’s“, 50676 Köln

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker wird am 3. März 2017 an der Gedenkveranstaltung zum achten Jahrestag des Archiveinsturzes teilnehmen.

In ihrer Ansprache vor den Schweigeminuten um 13:58 Uhr wird sie auch auf die ArchivKomplex-Schenkung von Mischa Kuballs Arbeit „EINSTURZSTELLE“ eingehen, die am 14. Februar 2017 einstimmig vom Rat der Stadt Köln angenommen wurde.

Eine Veranstaltung der Initiativen „ArchivKomplex“ und „Köln kann auch anders

Modellprojekte der KEK 2017 unter dem Motto „Das besondere Format“

Unter dem Schwerpunktthema „Das besondere Format“ unterstützt die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) im Jahr 2017 mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder (KSL) deutschlandweit ausgewählte Modellprojekte zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts.

Die Förderung von Modellprojektvorhaben trägt auf verschiedenen Ebenen zur nachhaltigen Sicherung des schriftlichen Kulturguts in Archiven und Bibliotheken bei. Prinzipiell ist für eine Förderung die Modellhaftigkeit des Vorhabens ausschlaggebend, die Einzigartigkeit des Objekts oder der unikale Charakter, der mit der wissenschaftlichen, kulturellen oder historischen Bedeutung der Bestände einhergeht. Die Förderung der Bestandserhaltung mit einem exemplarischen Ansatz macht im Ergebnis einzelne Lösungswege als Best practice nachnutzbar.

Weitere Informationen und alle nötigen Unterlagen für einen Antrag sind auf der Homepage der KEK verfügbar.

Der VdA, welcher mit einem Vertreter regelmäßig an den Sitzungen der Allianz teilnimmt, unterstützt die Aktivitäten der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts und informiert gerne darüber, dass auch in 2017 wieder Modellprojekte gefördert werden.

Neuer VdA-Arbeitskreis: Offene Archive

Via VdA-Homepage:

Auf Antrag aus der Mitgliedschaft hat der Gesamtvorstand des VdA in seiner Herbstsitzung 2016 den Arbeitskreis Offene Archive als spartenübergreifenden Arbeitskreis eingerichtet. Er soll die aktuellen Entwicklungen von digitalen Kommunikations-, Kollaborations- und Präsentationsmöglichkeiten begleiten und für Beratungen zur Verfügung stehen.

Konstituiert hat sich der Arbeitskreis einerseits aus der (auch weiterhin aktiven) AG Social Media und Öffentlichkeitsarbeit des VdA sowie aus dem Umfeld der seit 2012 stattfindenden KonferenzreiheOffene Archive. Themen und Projekte sind unter anderen die Implementierung und Nutzung von Sozialen Medien und Blogs, partizipative Nutzerkontakte aller Art, Ausrichtung von Veranstaltungen zum Thema sowie aktive Mitwirkung im Rahmen von Archivtagen (zum Beispiel in Form einer Social-Media-Lounge beim Deutschen Archivtag).

Die Konferenz Offene Archive samt BarCamp (ArchivCamp) ist durch die Mitwirkung des Arbeitskreises im Jahr 2017 erstmals auch eine Veranstaltung des VdA.

Geplant sind zwei jährliche Treffen der Mitglieder des Arbeitskreises. Dieser setzt sich -Stand Februar 2017- aus folgenden Personen zusammen: Dr. Antje Diener-Staeckling, Dr. Bastian Gillner, Dr. Joachim Kemper, Dr. Thorsten Unger, Andrea Rönz und Thomas Wolf.

Empfehlungen für Aufbewahrungsfristen an nordrhein-westfälischen Hochschulen

von Hendrik Friggemann

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

eine AG innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Hochschularchive NRW hat Empfehlungen für Aufbewahrungsfristen an nordrhein-westfälischen Hochschulen erarbeitet, die mittlerweile veröffentlicht sind und unter http://www.archive.nrw.de/weitereArchive/hochschularchive/ArbeitsgemeinschaftHochschularchiveNRW/fff/ggg/index.php zum download bereitstehen. Es handelt sich um zwei Dokumente, wobei sich das eine direkt an die aktenführenden Stellen richtet, das andere – ergänzt um Bewertungsentscheidungen – an die Hochschularchive. Die Empfehlungen, die eine weitgehend vollständige Auflistung von typischen an Hochschulen entstehenden Unterlagen enthalten, wurden bereits an mehreren Einrichtungen in NRW als Grundlage für die Verabschiedung offizieller Richtlinien für die Schriftgutverwaltung herangezogen. Um sie einem breiteren Fachkollegenkreis – auch über NRW hinaus – bekanntzumachen, möchte ich Sie als Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft um einen entsprechenden Blogbeitrag (Kategorie „Hochschularchive“) bitten.

Herzlichen Dank und mit besten Grüßen
Dr. Hendrik Friggemann
Leitung Universitätsarchiv Duisburg-Essen

Newsletter 01/2017 of the Section of Professional Asociations of the ICA

von Bettina Joergens,
Beauftragte des Gesamtvorstands VdA für internationale Arbeit

Dear colleagues,

finally we can present the first newsletter oft he new four-year-term of the Steering Committee of the Section of Professional Associations of the International Council on Archives.

The newsletter contains also reports of professional archival associations from all over the world. But many countries are still missing. I would be glad to publish reports also about those countries and associations in the next issue.

Please, let me know what you are missing and how we can encourage every archival association to contribute to this highly important exchange of information.

Thank you in advance for your feedbacks.

Best regards
Bettina Joergens

PS: If you have the opportunity, please, disseminate this newsletter in your professional mailinglists or blogs.

SPA_Newsletter_2017_1

Lesetipp: über ihre ICA-Funktion berichtet Frau Dr. Joergens im aktuellen Heft – siehe Artikel „International zu Denken sollte eine Selbstverständlichkeit sein! Dr. Bettina Joergens und Dr. Bernhard Post im Gespräch“, in: „Archivar“, Heft 4/2016, Sp. 421 ff.