Alle Artikel von Gastautor

NUMO– Ukraine Stipendienprogramm Archive und Bibliotheken

Ein Gastbeitrag von Sophie Bergmann

Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) vergibt mit Unterstützung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) Stipendien für Geflüchtete aus der Ukraine. Das Programm spricht Einzelpersonen an, die eigene Vorhaben an den Orten und in Zusammenarbeit mit Archiven und Öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland umsetzen möchten. Die Stipendien werden von September bis Dezember 2022 vergeben. Bibliotheken und Archive sind eingeladen, die Informationen weiterzuleiten und bei Interesse mit dem dbv in Kontakt zu treten. Antragsbeginn ist in der 35. Kalenderwoche.
Weitere Informationen:  https://www.bibliotheksverband.de/numo-stipendienprogramm-bibliotheken-und-archive-fuer-gefluechtete-aus-der-ukraine

nestor-Archivstandard Archivierung

Ein Gastbeitrag von Klaus Nippert (Karlsruher Institut für Technologie)

Unter dem Dach des nestor-Kompetenznetzwerks Langzeitarchivierung hat eine aus Archivarinnen und Archivaren an Hochschulen sowie aus IT-Fachkräften gebildete Arbeitsgruppe den nestor-Archivstandard Archivierung von Studierendendaten aus Fachverfahren entworfen.

Dieser nestor-Archivstandard bestimmt die Verfahrensweise bei der vertrauenswürdigen digitalen Langzeitarchivierung von Informationen zu Studierenden auf der Grundlage des Standards ISO 14721:2012 Offenes Archiv-Informations-System (OAIS). Im Mittelpunkt stehen die Informationen aus den an Hochschulen zur Studierendenverwaltung eingesetzten datenbankgestützten Fachverfahren.

Mit der EU-Datenschutzgrundverordnung und nachfolgenden Bestimmungen zur Handhabung personenbezogener Daten an Hochschulen ist ein dringender Bedarf nach einer zeitnahen und normgerechten Archivierung solcher Informationen entstanden.

Der Entwurf des Archivstandards steht auf der Homepage von nestor für die Zeit vom 04.08. bis zum 04.11.2022 unter der folgenden Webadresse zur Kommentierung: https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/DE/Arbeitsgruppen/AG_Archivstandard/kommentierung.html

Hierzu sind alle Interessierten eingeladen.

Zur Erläuterung und Diskussion des Archivstandards sind alle Interessierten auf einen Workshop eingeladen, der am 12.10.2022 als Online-Veranstaltung stattfindet. Anmeldungen werden bis zum 30.09.2022 per E-Mail an den Einladenden erbeten.

Monitoring zu Schäden an Kulturgütern in der Ukraine

ein Gastbeitrag von Blue Shield Deutschland  e.V.

Blue Shield Deutschland hat am 21. März 2022 eine Monitoring-Gruppe eingerichtet, um den aktuellen Stand der Zerstörung von Kulturgütern in der Ukraine durch den russischen Angriff zu dokumentieren. Dazu zählen neben Bibliotheken, Museen und Opernhäusern auch staatliche und nichtstaatliche Archive, die teilweise gezielt angegriffen oder geplündert wurden.

Die Überprüfung der Meldungen gestaltet sich aufgrund der derzeitigen Lage in der Ukraine als schwierig. Blue Shield Deutschland steht diesbezüglich in engem Austausch mit verschiedenen internationalen Organisationen.

Den aktuellen Stand des Monitoring finden Sie hier.

Spendenaufruf – Ukrainische Archive retten

Ein Gastbeitrag von Patryk Szostak (Pilecki-Institut, Berlin)

Das Pilecki-Institut Berlin und die Belarussische Gemeinschaft Razam organisieren in Zusammenarbeit mit der Allianz Ukrainischer Organisationen, der Ukrainischen orthodoxen Kirchgemeinde und mit freundlicher Unterstützung durch das Bundesarchiv eine Spendenaktion mit dem Leitgedanken „ukrainische Archive retten = europäisches Erbe retten!

Die ersten Hilfslieferungen sind bereits erfolgreich angekommen. Der Weg nach Lviv, Ternopil und Ivano-Frankivsk war freilich nicht einfach, trotzdem ist es uns gelungen, zusammen mit Maksym Ostapenko, die ersten Hilfstransporte zu liefern. Es wurden u.a. säurefreie Kartons und Scanner, die das Bundesarchiv gespendet hatte, zu den Archiven gebracht.

Inzwischen haben wir die aktuellen Bedürfnisse anderer ukrainischer Archive, darunter in Odessa, ermitteln und festlegen können. Die Bedarfsliste finden Sie hier: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1aePSZLl…

Sie können die Aktion entweder mit Geld oder mit Sachspenden unterstützen. Geldspenden können auf folgendes Konto getätigt werden: 
Kontoinhaber: Belarusische Gemeinschaft RAZAM e.V.
IBAN: DE84430609671186206001 BIC: GENODEM1GLS, Kreditinstitut: GLS Gemeinschaftsbank eG, Verwendungszweck: SaveArchiv
Bei Sachspenden wenden Sie sich bitte an: Maksym Ostapenko oder Natalia Latecka.


Spendenaufruf: Materialspenden für den Kulturgutschutz in der Ukraine

ein Gastbeitrag von Blue Shield Deutschland  e.V.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir alle erfahren täglich, dass der russische Angriffskrieg in der Ukraine nicht nur eine humanitäre Katastrophe verursacht hat, sondern zur Beschädigung und Zerstörung beweglicher und unbeweglicher Kulturgüter führt. Deshalb rufen wir dazu auf, die ukrainischen Kolleginnen und Kollegen bei ihrem Engagement zur Erhaltung des Kulturerbes zu unterstützen und Materialien für den Kulturgutschutz vor Ort zu spenden .

Am 21.03.2022 hat die Kulturstaatsministerin Claudia Roth das Netzwerk Kulturgutschutz Ukraine ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser von der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien (BKM) und dem Auswärtigen Amt (AA) angestoßenen Initiative sind verschiedene Akteure zusammengekommen, um kurzfristig eine deutschlandweite Spenden- und Sammelaktion für Material zum Schutz der Kulturgüter in der Ukraine zu organisieren. Beteiligte sind neben dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) und dem Projekt KulturGutRetter, das durch das DAI, die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) und das Römisch-Germanische Zentralmuseum – Leibniz Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM) getragen wird, u. a. Blue Shield Deutschland e.V., die Deutsche Gesellschaft für Kulturgutschutz e.V. (DGKS) und SiLK – Sicherheitsleitfaden Kulturgut (im Rahmen seiner Funktion als Koordinator der Notfallverbünde).

Die Notfallverbünde in Berlin, Dresden, Halle/Saale, Köln, München, Stuttgart und Weimar haben zu diesem Zweck Sammelstellen eingerichtet, an denen Sachspenden abgegeben werden können. Von dort aus wird der Weitertransport an zentrale Sammelstellen und weiter in die Ukraine organisiert. Die Kontaktdaten, Listen der benötigten Materialien und weitere Informationen finden Sie auf der Website Notfallverbund. Wenn Sie Fragen haben, z. B. zu Beschriftung und Verpackung, wenden Sie sich bitte direkt an die jeweilige Sammelstelle.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie Materialien als Spenden zur Verfügung stellen können. Sollte es für Sie jedoch unkomplizierter sein, Geldspenden zu tätigen, wenden Sie sich bitte an Blue Shield Deutschland  e.V..

Bitte streuen Sie diesen Spendenaufruf auch über Ihre Verteiler und machen ihn über Ihre verschiedenen Kanäle bekannt.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Engagement und Ihre Hilfe – mit kollegialen Grüßen

Deutsches Archäologisches Institut / KulturGutRetter
Blue Shield Deutschland
Deutsche Gesellschaft für Kulturgutschutz

SiLK – Sicherheitsleitfaden Kulturgut

Jahresbericht der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz veröffentlicht

ein Gastbeitrag von Andrea Grosche-Bulla

Mit der Ausgabe 2018/2019 hat die Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz 2020 erstmals einen Jahresbericht veröffentlicht, der sich als „Schaufenster“ ihrer Arbeit, mit einer gezielten Fokussierung auf die drängenden Herausforderungen des staatlichen Archivwesens in Rheinland-Pfalz, an ein breites Publikum richtet.

Die Ausgaben erscheinen nunmehr jährlich und stehen auf der LAV-Homepage zum Download bereit.

Wenn Sie regelmäßig eine kostenfreie Druckausgabe beziehen möchten, wenden Sie sich bitte an: post@landeshauptarchiv.de.

Neue Arbeitsgruppe „Campus Records Management“ in der Fachgruppe 8 des VdA

Ein Gastbeitrag von Dr. Anja Kürbis

Zum 30. Juni 2021 konstituierte sich eine neue Arbeitsgruppe innerhalb der Fachgruppe 8. Viele Hochschulen und Forschungseinrichtungen befinden sich derzeit in einer Phase, in der Prozesse in der Verwaltung sowie des student lifecycle im Hinblick auf die Digitalisierung überdacht und neu aufgestellt werden. In diesem Kontext werden alte Fachverfahren und analoge Dokumentationen eingestellt und in digitale Fachverfahren bzw. Formen überführt.

Die Pandemiesituation hat dieser zumeist sehr langwierigen Phase eine enorme Dynamik verliehen, so dass sich die Hochschulen und Forschungseinrichtungen einem erheblichen Druck ausgesetzt sehen. Für Archive ist eine solche Situation Fluch und Segen zugleich. Fluch, da die Berücksichtigung von Aufbewahrungsfristen und Archivierungsvorgaben häufig als Prozess hemmend empfunden und die Archive schlicht übergangen werden. Sie kann aber auch ein Segen für die Archive sein, sich Gehör zu verschaffen und aktiv in diese Prozesse einzubringen. Vor eben dieser Herausforderung sehen sich derzeit viele Archive gestellt.

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Launch des Schlagworttools im Themenportal Weimarer Republik (Archivportal-D)

Ein Gastbeitrag von Dr. Kevin Dubout (Bundesarchiv)

Im Archivportal-D ist ein neues, innovatives Instrument zur Verschlagwortung von Archivgut online gegangen: das Schlagworttool.

Das Schlagworttool ist eine vom FIZ Karlsruhe, dem Landesarchiv Baden-Württemberg und dem Bundesarchiv entwickelte Webanwendung, die Ihnen ab jetzt im Archivportal-D zur Verfügung steht. Über die Tool-Oberfläche können Sie Ihr Archivgut direkt und eigenständig im Portal verschlagworten. Dadurch wird eine bequemere Aufbereitung Ihres Archivgutes im Themenportal Weimarer Republik ermöglicht.

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Bericht zur Frühjahrstagung der Fachgruppe 6

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Ewald Grothe (Vorstand der FG 6)

Die im letzten Jahr geplante und dann wegen der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagte Frühjahrstagung der Fachgruppe 6 im VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. konnte jetzt mit verändertem und gekürztem Programm digital nachgeholt werden. Im Fokus der Tagung stand das Thema „Petitionsbewertung“.

Im Fokus: Petionsakten. Bild: Jana Tempelhoff / Landtag von Sachsen-Anhalt
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Das VD 17 und die historischen Druckschriften in den Archiven

Ohne die Archive geht es nicht

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Ulrike Höroldt

Seit dem Jahre 1996 erfassen große Altbestandsbibliotheken ihre historischen Druckschriften in der Datenbank des VD 17 (Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts). Mit seinen über 300.000 aufgenommenen Titeln ist das VD 17 die bedeutendste retrospektive Nationalbibliographie historischer Drucke für den Zeitraum von 1601 bis 1700. Bisher fehlen jedoch die historischen Druckschriften in den Archiven.

Leichenzug für Martha Maria Herold 1629/ UB Greifswald. Lizenz CC-BY-NC-SA
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