Alle Artikel von Gastautor

Was ändert sich mit dem Bundesmeldegesetz für die Archive in NRW?

von Peter Worm

Repost aus dem LWL archivamtblog vom 26. September 2016: https://archivamt.hypotheses.org/4265

Die Familienverkettung – ein altes Problem
Vor zwölf Jahren warfen die Stadtarchive von Harsewinkel, Gütersloh und Paderborn die Frage auf, ob die sogenannten Löschdatensätze der elektronischen Einwohnermelderegister der Anbietungspflicht unterliegen oder ob nur der um die Familienverkettungen reduzierte Datensatz nach Ende der Aufbewahrungsfrist an die Archive abgegeben werden muss1. Zum Hintergrund: Das damals gültige NRW Meldegesetz legte zwar fest, dass eine grundsätzliche Anbietungspflicht der Meldedatensätze besteht (50 Jahre nach Tod oder Wegzug einer Person), klärte aber nicht abschließend, was mit den Teildaten passieren solle, die aus datenschutzrechtlichen Gründen im Laufe dieser Zeit aus dem Hauptdatensatz der Person zu löschen waren. Vor allem die Eintragungen über die Eltern-Kind-Beziehung, die sog. Familienverkettung, unterlagen mit der Volljährigkeit des Kindes einer Löschanweisung, da die Daten ab diesem Zeitpunkt „zur Erfüllung [der] Aufgaben [der Meldebehörde] nicht mehr erforderlich“ sind. Ohne diese Verkettung verliert der Hauptdatensatz aber ganz wesentlich an Aussagekraft und beschneidet sowohl die Verpflichtung zur Rechtssicherung der Einwohnerinnen und Einwohner der Kommune als auch die Rechtssicherheit der Kommune selbst. Diesen Argumenten hat sich das Innenministerium des Landes NRW letztendlich nicht verschlossen und dem anfragenden Städte- und Gemeindebund mit Schreiben vom 23. August 2006 mitgeteilt, dass es die Rechtsauffassung vertrete, dass „grundsätzlich alle Daten, die für meldebehördliche Zwecke nicht mehr benötigt werden, vor ihrer Löschung […] kommunalen Archiven zur Übernahme angeboten werden“ müssen2.

Weiterlesen

Archive als Institutionen der Geschichtskultur. Zum Selbstverständnis und zur Didaktik des Archivs

von Susanne Rieß-Stumm

Die Vorstellung vom Archivar, der im Kellergewölbe, über Akten gebeugt, still vor sich hin forscht, hält sich hartnäckig in den Köpfen der Öffentlichkeit. Und das, obwohl wir Archivarinnen und Archivare auf vielfältige Weise den Kontakt zur interessierten Öffentlichkeit suchen. Die Frage, warum das so ist und was die Archive ändern müssen, um die Archive als Orte der lebensweltlichen Orientierung und Identitätsfindung zu etablieren, die allen, nicht nur der wissenschaftlichen Öffentlichkeit, offenstehen, treibt mich seit vielen Berufsjahren um. Welche Ideen und Gedanken haben Kolleginnen und Kollegen dazu? Über Rückmeldungen und Diskussionsbeiträge würde ich mich freuen.

Dissertationsprojekt von Susanne Rieß-Stumm an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, betreut von Prof. Dr. Saskia Handro (Institut für Geschichtsdidaktik) und von Prof. Dr. Susanne Freund (Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam).

Weiterlesen

Die Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland und die Archive

von Thekla Kluttig

Fachvortrag in der Ersten Gemeinsamen Arbeitssitzung beim 86. Deutschen Archivtag 2016 in Koblenz

Seit 1984 trifft sich der Arbeitskreis Stadtgeschichte Sankt Augustin zum Austausch über geschichts- und heimatkundliche Themen. Das Stadtarchiv informiert auf seiner Website über den Arbeitskreis und arbeitet eng mit ihm zusammen. So erstellen Mitglieder der Fotogruppe des Arbeitskreises ehrenamtlich Aufnahmen zur Entwicklung der Stadt für die Bildsammlung des Stadtarchivs.

Zwischen 2009 und 2013 erschließen ehemalige Mitarbeiter der Fluggesellschaft Swissair in einem Crowdsourcing-Projekt maßgebliche Teile des Fotoarchivs der Swissair, die sich im Bildarchiv der ETH-Bibliothek in Zürich befinden. Das Bildarchiv hat seine Aktivitäten zur Identifizierung von Fotos durch interessierte und kundige Bürgerinnen und Bürger seitdem deutlich ausgeweitet. Auf seinem Blog berichtet es u. a. über die Identifizierungserfolge, und durch die große Reichweite des Blogs wird auch das Carola-Schlösschen in Dresden – weit entfernt von der Schweiz – erkannt.

Weiterlesen

Eröffnungsveranstaltung des 86. Deutschen Archivtages

von Bettina Joergens

Zur Eröffnung des 86. Deutschen Archivtags in Koblenz 2016 hielt – nach der Begrüßung durch den VdA-Vorsitzenden Ralf Jacob und den Grußworten – der Journalist Georg Mascolo den Einführungsvortrag. Georg Mascolo ist der Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung, die immer wieder mit politisch brisanten Recherchen auf sich aufmerksam macht und wichtige Debatten sowie Nachfragen anstößt (http://www.ndr.de/der_ndr/daten_und_fakten/Recherchekooperation-NDR-WDR-und-SZ,kooperationen100.html).Weiterlesen

Einladung der ICA Expertengruppe für archivische Erschließung

von Martin Stürzlinger

Die ICA Expertengruppe für archivische Erschließung (Experts Group on Archival Description – EGAD) lädt alle Interessierten dazu ein, den Entwurf des neuen Erschließungsstandards „Records in Contexts (RiC)“ zu kommentieren. In der fertigen Version wird dieser Standard für Archivbeschreibungen aus einem Begriffsmodell (RiC-CM) und einer formalen Ontologie (RiC-O) bestehen. Kommentare zu diesem ersten Entwurf von RiC-CM können bis zum 31. Dezember 2016 abgegeben werden. Ein Entwurf zu RiC-O wird noch 2016 veröffentlicht werden.Weiterlesen

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte?“ – Archivpädagogenkonferenz am 10./11. Juni 2016 in Stuttgart

von Annekatrin Schaller

Der Arbeitskreis Archivpädagogik und Historische Bildungsarbeit im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare lädt zur diesjährigen Archivpädagogenkonferenz am 10. und 11. Juni 2016 in Stuttgart ein. Gemeinsam mit dem Stadtarchiv Stuttgart hat der Arbeitskreis für die Jubiläumskonferenz – die 30.! – ein interessantes Programm zum Thema „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte? – Visuelle Quellen in der Historischen Bildungsarbeit“ zusammengestellt. Die Konferenz wird wieder die aktuelle wissenschaftliche Diskussion in der Geschichtsdidaktik mit Praxiserfahrungen verbinden. Bilder stellen meist ein niedrigschwelliges Angebot dar und dienen oft als erster Einstieg in Themen. Weiterlesen

Online-Recherche der umfangreichen Bestände des Archivs der Akademie der Künste

von Torsten Musial

Seit kurzem sind die umfangreichen Bestände des Archivs der Akademie der Künste für jeden online recherchierbar. Unter der Adresse https://archiv.adk.de lassen sich detaillierte Informationen zu gut 1 Million Archivalien und 462.000 analogen wie digitalen Objekten abrufen. Zu den Beständen gehören derzeit 1.130 Vor- und Nachlässe von Künstlerinnen und Künstlern, die Archive von 45 Institutionen und Verbänden sowie 70 thematische Sammlungen.Weiterlesen

Erinnerung: Der ICA ruft erneut dazu auf, Beiträge für den Internationalen Kongress vom 5. Bis 20. September 2016 in Soeul einzureichen

von Irmgard Christa Becker

Groups and individuals are invited to submit proposals on the theme “ Archives, Harmony and Friendship: ensuring cultural sensitivity, justice and cooperation in a globalized world „.
More information about the Congress theme, topics and sessions is available here:
English http://submit.ica2016.com/Abstracts_Guidelines.html
French http://submit.ica2016.com/Abstracts_Guidelines_fra.html
Korean http://submit.ica2016.com/Abstracts_Guidelines_kor.html

Submissions can be made online and close on 1 February 2016. If there are any questions about the call for papers contact the ICA at programme@ica.org.

Neues Blog – Berliner Archive

von Torsten Musial

Seit kurzem ist das neue Blog Berliner Archive online. Es möchte die Berliner Archivarinnen und Archivare miteinander vernetzen und in einen fachlichen Erfahrungsaustausch bringen. Darüber hinaus sollen Informationen aus den archivfachlichen Arbeits- und Gesprächskreisen in der Stadt kommuniziert sowie gemeinsame Projekte geplant und durchgeführt werden. Anmerkungen, Informationen und Beiträge sind herzlich willkommen.

Link: www.berlinerarchive.de