Vernetzung als Chance – Web 2.0 und Archivberatung

von Antje Diener-Staeckling

Fachvortrag in der Sektionssitzung 3: Archivberatung beim 86. Deutschen Archivtag 2016 in Koblenz

Gegenwärtig sehen sich die Archive im Zuge der Entwicklung zu einer digitalen Gesellschaft generell mit größeren neuen und zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert. Zum einen ist das die elektronische Langzeitarchivierung. Zum anderen sind das die digitale Präsentation von Archivgut und die digitale Kommunikation mit einem Nutzerfeld, das deutlich vielschichtiger ist als bisher. Die beiden letztgenannten Herausforderungen sind u.a. auch im sogenannten Web 2.0 angesiedelt, das inzwischen im Zeitalter von Smartphone und Tablet alle Lebensbereiche ergriffen hat.

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Was ändert sich mit dem Bundesmeldegesetz für die Archive in NRW?

von Peter Worm

Repost aus dem LWL archivamtblog vom 26. September 2016: https://archivamt.hypotheses.org/4265

Die Familienverkettung – ein altes Problem
Vor zwölf Jahren warfen die Stadtarchive von Harsewinkel, Gütersloh und Paderborn die Frage auf, ob die sogenannten Löschdatensätze der elektronischen Einwohnermelderegister der Anbietungspflicht unterliegen oder ob nur der um die Familienverkettungen reduzierte Datensatz nach Ende der Aufbewahrungsfrist an die Archive abgegeben werden muss1. Zum Hintergrund: Das damals gültige NRW Meldegesetz legte zwar fest, dass eine grundsätzliche Anbietungspflicht der Meldedatensätze besteht (50 Jahre nach Tod oder Wegzug einer Person), klärte aber nicht abschließend, was mit den Teildaten passieren solle, die aus datenschutzrechtlichen Gründen im Laufe dieser Zeit aus dem Hauptdatensatz der Person zu löschen waren. Vor allem die Eintragungen über die Eltern-Kind-Beziehung, die sog. Familienverkettung, unterlagen mit der Volljährigkeit des Kindes einer Löschanweisung, da die Daten ab diesem Zeitpunkt „zur Erfüllung [der] Aufgaben [der Meldebehörde] nicht mehr erforderlich“ sind. Ohne diese Verkettung verliert der Hauptdatensatz aber ganz wesentlich an Aussagekraft und beschneidet sowohl die Verpflichtung zur Rechtssicherung der Einwohnerinnen und Einwohner der Kommune als auch die Rechtssicherheit der Kommune selbst. Diesen Argumenten hat sich das Innenministerium des Landes NRW letztendlich nicht verschlossen und dem anfragenden Städte- und Gemeindebund mit Schreiben vom 23. August 2006 mitgeteilt, dass es die Rechtsauffassung vertrete, dass „grundsätzlich alle Daten, die für meldebehördliche Zwecke nicht mehr benötigt werden, vor ihrer Löschung […] kommunalen Archiven zur Übernahme angeboten werden“ müssen2.

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Herzlichen Glückwunsch zum 5. Geburtstag!

Vor 5 Jahren, am 10. November 2011, hat die UNESCO die Universal Declaration on Archives (UDA) in Paris verabschiedet. Angenommen wurde die UDA bereits im September 2010 von der Generalversammlung des International Council on Archives (ICA) in Oslo.

Der VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. hat in enger Abstimmung mit dem VÖA – Verband österreichischer Archivarinnen und Archivare und dem VSA – Verein Schweizerischer Archivarinnen und Arichvare eine deutsche Übersetzung der UDA anfertigen lassen (Download der deutschen Version der UDA). Die UDA ist mittlerweile in mehr als 15 Sprachen auf der Website des ICA abrufbar.

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Kurzbericht zum 8. Arbeitstreffen der AG Norddeutscher Hochschularchive am 26.10.2016 in der Technischen Informationsbibliothek in Hannover

Die Teilnehmer des diesjährigen Treffens
Die Teilnehmer des diesjährigen Treffens (Foto: TIB)

Am 26. Oktober 2016 traf sich die Arbeitsgemeinschaft Norddeutscher Hochschularchive auf Einladung des Archivs der TIB/Universitätsarchiv Hannover in der Technischen Informationsbibliothek in Hannover. Die lockere Gruppe von Hochschul- und Wissenschaftsarchivaren aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern trifft sich seit 2011 in regelmäßigen Abständen, um aktuelle Themen, die das norddeutsche Hochschularchivwesen betreffen, zu diskutieren. Teilnehmende Archive waren in diesem Jahr die Universitätsarchive Bremen, Hamburg, Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg, Vechta, das Archiv der TIB/Universitätsarchiv Hannover und das Universitäts-/Hochschularchiv Osnabrück.Weiterlesen

Archive als Institutionen der Geschichtskultur. Zum Selbstverständnis und zur Didaktik des Archivs

von Susanne Rieß-Stumm

Die Vorstellung vom Archivar, der im Kellergewölbe, über Akten gebeugt, still vor sich hin forscht, hält sich hartnäckig in den Köpfen der Öffentlichkeit. Und das, obwohl wir Archivarinnen und Archivare auf vielfältige Weise den Kontakt zur interessierten Öffentlichkeit suchen. Die Frage, warum das so ist und was die Archive ändern müssen, um die Archive als Orte der lebensweltlichen Orientierung und Identitätsfindung zu etablieren, die allen, nicht nur der wissenschaftlichen Öffentlichkeit, offenstehen, treibt mich seit vielen Berufsjahren um. Welche Ideen und Gedanken haben Kolleginnen und Kollegen dazu? Über Rückmeldungen und Diskussionsbeiträge würde ich mich freuen.

Dissertationsprojekt von Susanne Rieß-Stumm an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, betreut von Prof. Dr. Saskia Handro (Institut für Geschichtsdidaktik) und von Prof. Dr. Susanne Freund (Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam).

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Die Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland und die Archive

von Thekla Kluttig

Fachvortrag in der Ersten Gemeinsamen Arbeitssitzung beim 86. Deutschen Archivtag 2016 in Koblenz

Seit 1984 trifft sich der Arbeitskreis Stadtgeschichte Sankt Augustin zum Austausch über geschichts- und heimatkundliche Themen. Das Stadtarchiv informiert auf seiner Website über den Arbeitskreis und arbeitet eng mit ihm zusammen. So erstellen Mitglieder der Fotogruppe des Arbeitskreises ehrenamtlich Aufnahmen zur Entwicklung der Stadt für die Bildsammlung des Stadtarchivs.

Zwischen 2009 und 2013 erschließen ehemalige Mitarbeiter der Fluggesellschaft Swissair in einem Crowdsourcing-Projekt maßgebliche Teile des Fotoarchivs der Swissair, die sich im Bildarchiv der ETH-Bibliothek in Zürich befinden. Das Bildarchiv hat seine Aktivitäten zur Identifizierung von Fotos durch interessierte und kundige Bürgerinnen und Bürger seitdem deutlich ausgeweitet. Auf seinem Blog berichtet es u. a. über die Identifizierungserfolge, und durch die große Reichweite des Blogs wird auch das Carola-Schlösschen in Dresden – weit entfernt von der Schweiz – erkannt.

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News News News

  1. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!
    Der VdA-Blog konnte vor ein paar Tagen seinen 1. Geburtstag feiern. Wir freuen uns sehr darüber, dass in unserem Blog seit einem Jahr kontinuierlich Beiträge, Diskussionen und Informationen publiziert werden. Dafür danken der Vorstand des VdA und die Geschäftsführung den Redakteuren des VdA-Blogs sowie auch allen NutzerInnen, die sich aktiv in dieser „Community“ mit Gastartikeln und -beiträgen beteiligt haben – „Danke!“

    Gerne möchten wie Sie an dieser Stelle noch einmal darauf aufmerksam machen, dass wir uns über jede einzelne Beteiligung am Blog freuen – sei es mit einem eigenen Beitrag oder mit konstruktiven Diskussionsbeiträgen. Gerne können Sie auch unsere Redakteure direkt kontaktieren – wir sind gespannt auf einen angeregten fachlichen Meinungsaustausch.

  1. Neues Beitragsformat
    Aufgrund mehrerer Anregungen aus der Mitgliedschaft hat sich der Vorstand des VdA dazu entschlossen, einzelne ausgewählte Fachvorträge (z.B. von Archivtagen) im VdA-Blog vorab zu veröffentlichen. Natürlich sind diese Beiträge weiterhin Bestandteil in den gewohnten Fachmedien (z.B. im ARCHIVAR und in den Tagungsdokumentationen). Sie können also gespannt sein!

Interaktion mit Nutzer – Kurzbericht zur

Sektionssitzung 4 auf dem Deutschen Archivtag 2016 in Koblenz
Link zu den Abstracts

Dr. Eberhard Fritz führte in die Sektionssitzung ein. Im Zeichen der Digitalisierung ändere sich die Interaktion der Archive mit ihren Nutzerinnen und Nutzern. Einerseits erleichtere die Digitalisierung die Zugang und schone die Originale, andererseits gehen der persönliche Archivbesuch und das „Stöbern“ in den noch nicht digitalisierten Findmitteln zurück.

Der „digital turn“ erfordere eine neue Art der medialen Vermittlung archivischer und historischer Themen; die Haptik der Originale tritt dabei zurück. Über allen stehe die Masse der zu digitalisierenden Archivalien als Problem.

img_4636Dr. Tobias Herrmann M.A. (Koblenz) und Vera Zahnhausen (Koblenz): Auf dem Weg zum Digitalen Lesesaal: Das Projekt „Weimar – Die erste deutsche Demokratie“
Herrmann stellte die Ausgangslage und Rahmenbedingungen des im Januar 2016 begonnenen Projektes vor. Das Projekt diene als  weiterer Pilot für den digitalen Lesesaal im Bundesarchiv.und verlange daher eine „signifikante Masse“ digitalisierten Archivgutes. Die Priosisierung der in Frage kommenden Bestände und Themen sowie der Reduzierung finanzieller Mittel führte zur zeitlichen Engerfassung.Weiterlesen

Deutscher Archivtag 2016, Sektionssitzung 2: „Politikberatung“

29. September 2016, 11:00 – 13:00 Uhr
Leitung: Dr. Monika Storm (Mainz)

Sektionssitzung 3Die Sektionssitzung 2 stand unter dem Thema „Politikberatung“ am Beispiel des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, des Landtagsarchivs Rheinland-Pfalz und des Stadtarchivs Hildesheim.

Den Anfang machten Dr. Kathrin Pilger M.A. (Duisburg) und Dr. Bastian Gillner M.A. (Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland/Duisburg) mit ihrem gemeinsamen Referat zum Thema „Den demokratischen Prozess mitgestalten – Archive in der Rolle als politische Berater“. Im Zentrum stand die Frage, ob die Archivare sich in „stiller Selbstgenügsamkeit“ üben oder ob sie proaktiv handeln sollten. Im Normalfall berät das Archiv seinen Archivträger in Sachen Aufbewahrungsfristen bzw. Aktenabgaben, auf der anderen Seite beraten die Archivare die Nutzer. Als politischen Berater können Archive jedoch auch auf Entwicklungen in der Kulturpolitik oder bei digitalen Transformationsprozessen Einfluss nehmen, wie z.B. das Landesarchiv NRW bei der Beratung bei Einführung des E-Governmentgesetzes Nordrhein-Westfalen.Weiterlesen