International Tracing Service (ITS) stellt Dokumente zur NS-Verfolgung online
Ausführliche Presseinformation des ITS: Link.
Ausführliche Presseinformation des ITS: Link.
Bei vielen Hochschularchiven gehören nicht nur Bestandsbildung und -sicherung, sondern auch das Beraten in Fragen der vorarchivischen Schriftgutverwaltung zur täglichen Arbeit. Sowohl im Rahmen von Beratungsgesprächen als auch durch telefonische Anfragen wird in der analogen und der elektronischen Aktenführung beraten. Manche Archive bieten darüber hinaus umfangreiches Material zum Download im Inter- oder Intranet an. Gerade im Fall der elektronischen Archivierung ist die Beratungsfunktion natürlich besonders wichtig, um auch die Interessen des Archivs hinsichtlich der Langzeitarchivierung angemessen vertreten zu können.
An der Universität und der Hochschule Osnabrück hat sicher darüber hinaus ein weiteres Modell etabliert: Im Rahmen des offiziellen Fortbildungsprogramms werden Mitarbeiter der Hochschulen in Fragen der Schriftgutverwaltung geschult. Seit 2012 bietet das im Nds. Landesarchiv – Standort Osnabrück untergebrachte Universitäts -und Hochschularchiv solche Veranstaltungen an (eingeführt durch meinen Amtsvorgänger).Weiterlesen
von Jutta Wiese
Diese Fortbildungsveranstaltung war Mitgliedern des Verbandes Deutscher Archivare vorbehalten.
Aus diesem Grund soll an dieser Stelle ein kurzer Abriss der Weiterbildungsmaßnahme für interessierte Archivare gegeben werden.
von Stefanie Weiß
Seit 1998 gibt es den Beruf des Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI) in fünf Fachrichtungen. Am häufigsten werden FaMIs im Bereich Bibliothek ausgebildet, gefolgt von Archiv. Nur wenige absolvieren die Spezialisierung Information und Dokumentation. Auszubildende im Bereich medizinische Dokumentation bzw. Bildagentur sind statistisch kaum nachweisbar. Ursprünglich wurden die Berufsinhalte in unterschiedlichen Ausbildungsgängen vermittelt, als Archivassistent, Bibliotheksassistent oder in Thüringen als Dokumentationsassistent. Die Suche nach einem neuen Ausbildungsmodell und nach einem Namen zog sich über mehrere Jahre. Die letztlich gefundene Berufsbezeichnung „Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste“ ist jedoch ein sperriger Titel. Keines der Einsatzgebiete spiegelt sich wider. Sowohl der Auszubildende als auch der Ausbilder müssen die Tätigkeiten und Einsatzgebiete erklären. Allein für das Einsatzgebiet im Medienbereich gibt es unzählige Bezeichnungen wie etwa Mediendokumentar, Archivar, Dokumentar, Informationsdokumentar oder Rechercheur.
Das Zusammenspiel von Theorie (Schule) und Praxis (Ausbildungsbetrieb) ist mit entscheidend für einen qualifizierten Einsatz der Azubis während und nach der Berufsausbildung. Deshalb sollte die Ausbildung schneller auf Veränderungen im Berufsumfeld eingehen. Außerdem müssen Rahmenlehrplan und Berufsverordnung regelmäßig aktualisiert werden.
Am 30.9. 2015 in Karlsruhe beschlossen: BKK-Handreichung zum Umgang mit Sozialen Netzwerken (Social Media) im Bereich der Historischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit im Archiv. Direktlink
Am letzten Veranstaltungstag fanden sich auch am 85. Deutschen Archivtag die Fachgruppen 7 (Medienarchive) und 8 (Archive der Hochschulen sowie wissenschaftlicher Institutionen) zu einer gemeinschaftlichen Sitzung zusammen. Eingangs begrüßte die Vorsitzende der Fachgruppe 8 Dr. Sabine Happ (Münster) in Vertretung des kurzfristig erkrankten Dr. Jens Blecher (Leipzig) die anwesenden Teilnehmer.
Dr. Klaus Nippert (Karlsruhe) warb in seinem pointierten Beitrag „Die Schere zwischen dem Geschehen auf Archivtagen und der täglichen Praxis geht immer weiter auseinander. Gedanken zum Umgang mit dem Fortschritt im Archiv“ um Nachhaltigkeit bei der der Planung von Digitalisierung.
Nippert charakterisierte eingangs die Archivare in gewissem Sinne als Getriebene mit einem abgewandelten Zitat Henry David Thoreaus: „We do not ride on digitization, it rides upon us.“ (Original: „We do not ride on the railroad, it rides upon us“). Weiterlesen
Zweite Gemeinsame Arbeitssitzung auf dem Deutschen Archivtag 2015
Im gut gefüllten Thoma-Saal diskutierten am Freitagnachmittag in der zweiten gemeinsamen Arbeitssitzung die Referenten mit den anwesenden Kongressteilnehmern über Veränderung in unserem Berufsbild. Die Sitzungsleiterin Katharina Tiemann verwies in ihrem Eröffnungsstatement auf vergangene Archivtage mit ähnlichen Diskussionen über Berufsbildveränderungen und die daraus erwachsenden neuen Anforderungen an uns Archivare bzw. die Archivarausbildung.
Karin Schwarz (Potsdam): Alte Aufgaben – neue Fertigkeiten und Kompetenzen, Archivare im digitalen Zeitalter
Im ersten Vortrag ging die Dozentin an der Fachhochschule Potsdam der Frage nach „Was bin ich?“ bzw. „Steht das Berufsbild durch Einzug des Digitalen im neuen Licht dar?“ Sie fragte: „Ist unser aktuelles Berufsbild noch geeignet für die digitale Zeit?“
Kurze Zusammenfassung der Informationsveranstaltung (Leitung: Dr. Irmgard Christa Becker, Marburg) im Rahmen des 85. Deutschen Archivtags, 2015:
Dr. Irmgard Christa Becker (Marburg): Pilotprojekt Digitalisierung von archivalischen Quellen Eine Entscheidung seitens der DFG ist im nächsten Frühjahr zu erwarten. Informationen werden dann u.a. auf der Webseite der Archivschule Marburg veröffentlicht.
Dr. Christian Keitel (Stuttgart): CHE (Cultural Heritage Entities) – persistente Identifikatoren für Kulturgut Vorgestellt wurde ein Angebot an Archive, das von der DNB, dem Landesarchiv Baden-Württemberg sowie dem Bundesarchiv (als Ansprechpartner für den Archivbereich) erarbeitet worden ist. Hintergrund: Archivalien sollen und müssen dauerhaft im Netz nachgewiesen werden (URLs) – dauerhafte URLs sollen möglichst auch auf migrierte Dateien verweisen (Dateiformate veralten, Migration). Daher: Persistente Identifier sind nötig, aber derzeit eher bibliotheksgeprägt (URNs). Lösung und Angebot zur Nutzung: Cultural Heritage Entities/CHE.
Mag. Dr. Guenter Muehlberger (Innsbruck/Österreich): Als der Computer lernte, historische Handschriften zu lesen. Vorstellung der Forschungsplattform TRANSKRIBUS Hintergrund: Aktuelles EU-Projekt (2016-2019, mit Vorläufer), als Infrastrukturprojekt; Kick-off-Meeting im Januar 2016 in Marburg (Staatsarchiv). Ziel: Funktion der Handschriftenerkennung; Nutzergruppen: Historiker, Archivare usw. Aktuelle Plattform ist transkribus.eu = hier sind u.a. Beiträge der Archive erwünscht, also Texte/Quellen und Transkriptionen.
Dr. Clemens Rehm (Stuttgart), Dr. Irmgard Christa Becker (Marburg): Handbuch Archivrecht Informationen zum Stand des geplanten Handbuchs, das vom VdA und der Archivschule Marburg gemeinsam herausgegeben wird (2016) – Vorstellung der Gliederung (Arbeitsfelder der Archive, mit rechtlichen Gegebenheiten: z.B. Überlieferungsbildung, Nutzung usw.); das Handbuch enthält auch ein Glossar. Es wird als Buch in einem juristischen Fachverlag erscheinen.
Dr. Irmgard Christa Becker (Marburg): Zur geplanten Verlegung des Staatsarchivs Würzburg nach Kitzingen Offener Brief des VdA; Ankündigung einer Online-Petition gegen die Verlegungspläne
Sektionssitzung 2 auf dem Deutschen Archivtag 2015
Die 2. Sektionssitzung stand unter dem Thema „Übernehmen und Bewahren in der digitalen Welt“. Zunächst führte Oliver Laux-Steiner (Koblenz) mit einem kurzen Überblick in das Thema ein.
Den ersten Fachbeitrag zum Thema „Eine Herausforderung des Übergangs: Fileablagen als Quellen der digitalen Überlieferungsbildung“ lieferten Gunnar Wendt (Koblenz) und Dr. Sina Westphal (Koblenz). Die Referenten benannten eingangs als grundsätzliches Problem, dass man zwar seit einiger Zeit auf Bundesebene nach einer flächendeckenden Einführung von DMS/VBS strebe, dieser aber noch nicht erfolgt sei. Tatsächlich seien Fileablagen (also schlichte Ordnerstrukturen, die zumeist auf einem gemeinsamen Laufwerk abgelegt werden) vielerorts vorzufinden. Da Fileablagen registraturlos und sehr individuell sind, entstehe dabei oft ein „Wildwuchs“. Auch sind Fileablagen nach Wendt/Westphal schwer terminologisch zu fassen (in den Raum gestellte Vorschläge: „geteilte Sachbearbeiterablage“ oder „gemeinsame Handakten“).
Weiterlesen
Sektionssitzung 3 auf dem Deutschen Archivtag 2015
Nach einer doch eher ruhigen Mitgliederversammlung wurde es in der Sektion 3 wieder sehr technisch (wie beim Tagungsthema zu erwarten). Wie kann die Erschließung von Archivalien durch die Nutzung von Standards und/oder von genormten Daten verbessert bzw. beschleunigt werden? Dieser Fragestellung widmete sich die Sektion 3 am Donnerstagnachmittag. Die von Torsten Musial souverän geleitete Sitzung zeigte anhand von positiven Beispielen die Vorteile welche Archive haben, wenn sie Normdaten nutzen bzw. „mitgestalten“.
Karsten Kühnel (Bayreuth): Funktionen als Räume für institutionelle Episoden – Normdateien als ISDF
Zu Beginn seines Vortrages definierte Karsten Kühnel einige Begriffe, die für seinen Vortag wichtig waren (archiv, functions, fonds, agent, provenance). Danach ging er näher auf den Begriff „funktionale Provenienz“ und das ICA-Metadatenmodell mit seinen vier Entitäten ein. Im Anschluss zeigte er auf, wie das Wissen um die oben genannten Begriffe bei der Erschließung Verwendung finden kann. Konkret könnt diese bei Fragen wie: Warum ist Archivgut entstanden und wurde es überliefert? oder bei der Begründung für die Mischung von Akteurs- und Funktionsbezogenheit bei der Bestandsgliederung helfen. Zum besseren Verständnis präsentierte Karsten Kühnel anschließend die einzelnen Elemente der genormten ISDF-Datei für das Beispiel des Bestandsbildners „Universität Bayreuth“.