Kategorie-Archiv: Archivwahrnehmung

„Was bin ich?“ – Das Berufsbild des Archivars/der Archivarin im 21. Jahrhundert

Zweite Gemeinsame Arbeitssitzung auf dem Deutschen Archivtag 2015

Im gut gefüllten Thoma-Saal diskutierten am Freitagnachmittag in der zweiten gemeinsamen Arbeitssitzung die Referenten mit den anwesenden Kongressteilnehmern über Veränderung in unserem Berufsbild. Die Sitzungsleiterin Katharina Tiemann verwies in ihrem Eröffnungsstatement auf vergangene Archivtage mit ähnlichen Diskussionen über Berufsbildveränderungen und die daraus erwachsenden neuen Anforderungen an uns Archivare bzw. die Archivarausbildung.

Karin Schwarz (Potsdam): Alte Aufgaben – neue Fertigkeiten und Kompetenzen, Archivare im digitalen Zeitalter
 Im ersten Vortrag ging die Dozentin an der Fachhochschule Potsdam der Frage nach „Was bin ich?“ bzw. „Steht das Berufsbild durch Einzug des Digitalen im neuen Licht dar?“ Sie fragte: „Ist unser aktuelles Berufsbild noch geeignet für die digitale Zeit?“

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Trommel und Archivtag

Im wahrsten Sinne des Wortes „mit einem Paukenschlag“ wurde am gestrigen Mittwoch der 85. Deutsche Archivtag in Karlsruhe eröffnet. Mal eine ganz andere Eröffnungsveranstaltung, die statt eines Vortrags durch ein Trommelkonzert und ein Interview zwischen Dr. Susanne Asche und dem Komponisten Wolfgang Rihm ausgestaltet war.  Eine tolle und abwechslungsreiche Veranstaltung, die gleichzeitig auch die bunte Vielfalt an Menschen und Ideen in der deutschen Archivlandschaft widerspiegelt, die sich zurzeit in Karlsruhe trifft. Über 750 Kolleginnen und Kollegen sind angereist, um sich zu vernetzen, von und miteinander zu lernen und um das Deutsche Archivwesen weiterzuentwickeln. Sehr viele junge Kolleginnen und Kollegen sind auch dabei. Eine riesige Chance, das Wissen der „Erfahrenen“ an die „Jungen“ zu geben und gleichzeitig neue Impulse von der „Archivjugend“ zu erhalten, um den eigenen Horizont zu erweitern. Ich freue mich auf die kommenden Tage!

„Fotografien vom Archiv“

Eine „Berufsbilddiskussion“ anderer Art
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Prolog
Mitte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts plante der Arbeitskreis der kommunalen Archive im heutigen Rhein-Kreis Neuss die Herausgabe eines Archivführers. Für die Bebilderung wurde der  heimische Fotograf Andreas Woitschützke gewonnen. Der Besuch im Gemeindearchiv Jüchen war das erste Zusammentreffen zwischen einem Fotograf und mir als Archivaren. Es entstand u. a. eine Aufnahme mit einem Fischaugenobjektiv, die mich zwischen den Regalen stehend und in einer Akte lesend zeigte.  Dieses Bild war die einzige, „verfremdete“ Aufnahme, die Einzug in die Publikation fand. Das Interesse an künstlerich gestalteten Fotografien, die sich mit dem Themenkomple „Archiv(ar)“ widmen, war bei mir geweckt.Weiterlesen

Das Selbstverständnis der FG 7

Ab und zu sollte jede Organisation sein Selbstverständnis überprüfen, sonst macht man etwas nur „weil man es schon immer so gemacht hat“. Der FG 7-Vorstand hat daher das Selbstverständnis der Fachgruppe in den letzten Vorstandssitzungen auf den „Prüfstand“ gestellt. Die Überlegungen wurden in einem Text zusammengefasst, den der Vorstand nun den FG 7-Mitgliedern auf der Fachgruppensitzung am Freitag erläutern und zur Diskussion stellen wird. Wir sind auf Eure Meinung gespannt.

FG 7 - Logo

Fachgruppe 7 „Medienarchive“ (FG 7)
im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA)

Wer sind wir? Was wollen wir? Was tun wir?

Unsere Mitglieder
– sind VdA-Mitglieder, die in Medienarchiven arbeiten;
– sie kommen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz).

Unsere Ziele
– die Vertretung der fachlichen Interessen unserer Mitglieder durch
o intensive Beschäftigung mit den Schwerpunkten der Medienarchivarbeit;
o Anpassung des Berufsbildes an die fachlichen Entwicklungen;
o Einflussnahme auf berufsspezifische Aus- und Fortbildung;
o Anpassung der archivarischen Berufsfelder an neue Produktions- und Kommunikationstechnologien und -bedingungen;
– fachliche Lobbyarbeit im gesellschaftlichen und politischen Raum.

Unsere Arbeit
– die FG 7 besteht seit 1959;
– berät Medienarchive bei Fachfragen und unterstützt die Mitglieder bei Konflikten in der fachlichen Zuständigkeit;
– kooperiert mit Institutionen und Verbänden, die für die Informations- und Kulturgutsicherung zuständig sind;
– erstellt fachliche Meinungsbilder und Expertisen;
– ist Ansprechpartner für Informationen über Medienarchive und das Tätigkeitsfeld von Medienarchivarinnen und -archivaren.

Unsere Kommunikation
– eigene Fachgruppenveranstaltung auf dem Deutschen Archivtag, dem jährlichen Fachkongress des VdA;
– Kooperation mit dem vfm bei Planung und Durchführung der Frühjahrstagung;
– FG 7-Mitglieder veröffentlichen Beiträge in einschlägigen Fachzeitschriften und digitalen Medien;
– Beteiligung an der Diskussion in Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen.

 

Memoriav-Kolloquium 2015 trägt den Titel „Audiovisuelle Quellen in der Geschichtsschreibung“

Memoriav – Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz

Das diesjährige Memoriav-Kolloquium (27.10.2015-28.10.2015, Bellinzona) beschäftigt sich mit dem Potential von audiovisuellen Quellen in der Geschichtsschreibung.

Fotografien, Tondokumente und bewegte Bilder sind unerlässliche Quellen für das Verständnis der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. In den letzten Jahren wurden erfreulicherweise zahlreiche akademische Forschungsprojekte lanciert, die audiovisuelle Quellen beizogen oder gar ins Zentrum stellten. Im Rahmen des Kolloquiums wird der Bogen weiter aufgespannt. Thema sind historische Projekte, die ausserhalb des universitären Forschungsalltags entstehen, Publikationsformen für historische Arbeiten mit audiovisuellen Quellen im Buch und im Internet, und die Aufbereitungsarbeit von Archiven, die Bilder und Töne für HistorikerInnen bereitstellen.

Während des ersten Tages werden Bilder-, Ton- und Videosammlungen aus dem Kanton Tessin und ihre Funktion als historische Quellen präsentiert. Eine Soirée mit der Theaterschule des Clowns Dimitri rundet den Tag ab. Am zweiten Tag dominieren Referate zu Theorie und Praxis der Geschichtsschreibung mit audiovisuellen Quellen im Zentrum.

Die Kolloquiumssprachen sind Deutsch und Italienisch. Alle Referate werden simultan Deutsch – Italienisch / Italienisch – Deutsch übersetzt.

Kolloquiumskosten: für Studierende: CHF 50, für Memoriav-Mitglieder: CHF 120, für Nicht-Mitglieder: CHF 200

Das ausführliche Programm gibt es hier.

Memoriav - Memoriav Kolloquium 2015#cmk2015_2015-09-28_09-02-05

Ankündigung: Offene Archive 2.2 (Konferenz)

Nach den beiden Konferenzen in Speyer (2012) und in Stuttgart (2014) wird in diesem Jahr die dritte Veranstaltung „Offene Archive“ am 3. und 4. Dezember 2015 in Siegen stattfinden. Neben Vorträgen, die sich den aktuellen Entwicklungen in Deutschland und in Europa widmen, werden in diesem Jahr auch erstmals Workshops angeboten, die die Möglichkeit bieten sollen, einzelne Themen und Aspekte vertiefend zu diskutieren. Geplant sind unter anderem Workshops zur Entwicklung einer umfassenden digitalen Archivstrategie, zum Monitoring bzw. zur Evaluierung archivischer Web 2.0-Aktivitäten, zu Guidelines und zur Frage, wie Archivalien in Mobile-Games genutzt werden können. Ebenfalls wird erstmals eine Podiumsdiskussion stattfinden. In dieser soll die Rolle der Sozialen Medien in der archivischen Aus-, Weiter- und Fortbildung angesprochen werden. Die Abstracts sowie Kurzbiografien der ReferentInnen/WorkshopleiterInnen werden sukzessive im Tagungsblog veröffentlicht.

Aktuelles Programm (Link)

Termin und Ort: Siegen, 3. bis 4. Dezember 2015, Kulturhaus LYZ,  St.-Johann-Str. 18, 57074 Siegen. Diskussionsbeiträge sind über den Twitter-Hashtag #archive20 möglich.

Die Teilnahme ist kostenfrei (begrenzte Teilnehmerzahl). Anmeldungen über das LWL-Archivamt: Tel. +49 251 / 591-3890, E-Mail: lwl-archivamt@lwl.org

Organisationsteam: Thomas Wolf, Antje Diener-Staeckling, Joachim Kemper, Elisabeth Steiger

VHD und GfM sehen sich bestätigt: Urheberrecht verhindert die Verwendung von audiovisuellen Quellen in Forschung und Lehre

Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) und die Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) haben sich in einem Rechtsgutachten bestätigen lassen, dass das bestehende Urheberrecht die Verwendung von audiovisuellen Quellen in Forschung und Lehre verhindert (bzw. sehr erschwert).

Die Quintessenz des Gutachtens fassen die beiden Verbände in ihrer Stellungnahme so zusammen: Durch die „herrschende Rechtsunsicherheit und die generell unübersichtliche Lage beim Einsatz audiovisueller Materialien in Forschung und Lehre“ wird häufig auf deren Erforschung verzichtet. Es „zeigt sich, dass das deutsche Urheberrecht im digitalen Zeitalter nicht länger auf der Höhe der Zeit ist, sondern negative Folgen für Forschung und Lehre zeitigt.“ Daher fordern „beide nachdrücklich die Einführung einer allgemeinen Wissenschaftsschranke im Urheberrecht.“

Das Rechtsgutachten kann auf der Homepage des VHD eingesehen werden.

 

8. TAG DER ARCHIVE 2016

Karikatur auf den Magistrat der Stadt Halle a.d. Saale, um 1800. Quelle: Stadtarchiv Halle

„Mobilität im Wandel“ – Aufruf zur Plakatgestaltung

Am 5. und 6. März 2016 findet der 8. TAG DER ARCHIVE statt. Im VdA-Mitglieder Voting wurde das Thema „Mobilität im Wandel“ bestimmt – ein Motto mit vielen Anknüpfungspunkten zur Ausgestaltung durch die Archive.

Zur Bewerbung des TAGS DER ARCHIVE 2016 wird es natürlich ein Plakat geben. Erstmals zum TAG DER ARCHIVE ruft der VdA alle Archive dazu auf, sich an der Plakatgestaltung zu beteiligen. Thematisch passende Bilder können beim VdA eingereicht werden. Die besten Einsendungen werden zum Plakatmotiv – und sind dann bundesweit zu sehen!

Wer Bilddaten einsenden möchte, sollte folgendes beachten:

Reichen Sie die Daten per E-Mail bei der VdA-Geschäftsstelle unter info(at)vda.archiv.net bis spätestens 2. Oktober 2015 ein. Bitte versenden Sie nur Voransichten mit geringer Dateigröße (max. ca. 3 MB). Bitte reichen Sie nur Bilddaten ein, deren Veröffentlichung im Sinne des Urheberrechts zulässig ist.