„flurgespräche“ holt die Opfer des NS an die Universität Münster zurück

von Sabine Happ

In einem gemeinsamen Projekt von Universitätsarchiv Münster und Kontaktstelle Studium im Alter der Universität Münster haben jüngere und ältere Studierende drei Semester lang die Lebenswege von Opfern des Nationalsozialismus an der Universität Münster erforscht. Das Ergebnis sind 65 Gedenkblätter und Kurzbiographien, die von 31 Autorinnen und Autoren erstellt wurden.

Weiterlesen

Presseschau zum 10. bundesweiten TAG DER ARCHIVE

Am 7. und 8. März 2020 fand bundesweit der 10. TAG DER ARCHIVE statt. Mehr als 400 Archive folgten dem Aufruf des VdA und organisierten anspruchsvolle und abwechslungsreiche Veranstaltungen zum Oberthema „Kommunikation – Von der Depesche bis zum Tweet“.

Selbst vor dem Hintergrund der aktuellen „Corona-Krise“ beteiligten sich mehrere hundert Archiveinrichtungen in ganz Deutschland und öffneten ihre Türen und Tresore für interessierte Besucherinnen und Besucher. Ein großes Dankeschön auch an dieser Stelle für alle engagierten VdA-Kolleginnen und -Kollegen!

Viele Besucherinnen und Besucher ließen sich die Chance nicht entgehen, in geöffneten Archiv-Magazinen zu wandeln, sich öffentlich nur selten sichtbare Archivalien zeigen zu lassen, Archivausstellungen zu besuchen und an Veranstaltungen teilzunehmen, die eigens für den TAG DER ARCHIVE 2020 konzipiert wurden. Nicht zuletzt nutzten viele Interessierte vor Ort die Chance, mit unseren Archivarinnen und Archivaren in Dialog zu treten. Weiterlesen

Bloggen als Mittel zur Bestandsergänzung?

In den vergangenen Jahren haben sich eine ganze Reihe von archivwissenschaftlichen Blogs etabliert. Gebloggt wird z.B. über die Arbeit des eigenen Archivs, über archivfachliche und natürlich auch über historische Themen – entweder (populär-)wissenschaftlich aufgearbeitet oder direkt und ungefiltert aus den Quellen.

Zur letzteren Form zählt auch das Blog zur Geschichte der Adolf-Reichwein-Hochschule, das 2014 anlässlich eines 60jährigen Absolventenjubiläums durch das Universitätsarchiv Osnabrück ins Leben gerufen wurde.[1] Gegenstand des Blogs ist die Geschichte der Pädagogischen Hochschule Osnabrück. Zum Hintergrund: 1946 gegründet wurde die Hochschule 1953 aus Kapazitätsgründen nach Osnabrück verlegt. Ende der 1960er Jahre wurde die PH zu einer Abteilung der PH Niedersachsen bevor sie Anfang der 1970er Jahre im Zuge der Universitätsgründung ein Bestandteil der Universität Osnabrück wurde. Das Blog konzentriert sich auf den Zeitraum 1946 bis 1973 und beleuchtet die Entwicklung an den Standorten Celle und Osnabrück.
Weiterlesen

Was ändert sich mit dem Bundesmeldegesetz für die Archive in NRW?

von Peter Worm

Repost aus dem LWL archivamtblog vom 26. September 2016: https://archivamt.hypotheses.org/4265

Die Familienverkettung – ein altes Problem
Vor zwölf Jahren warfen die Stadtarchive von Harsewinkel, Gütersloh und Paderborn die Frage auf, ob die sogenannten Löschdatensätze der elektronischen Einwohnermelderegister der Anbietungspflicht unterliegen oder ob nur der um die Familienverkettungen reduzierte Datensatz nach Ende der Aufbewahrungsfrist an die Archive abgegeben werden muss1. Zum Hintergrund: Das damals gültige NRW Meldegesetz legte zwar fest, dass eine grundsätzliche Anbietungspflicht der Meldedatensätze besteht (50 Jahre nach Tod oder Wegzug einer Person), klärte aber nicht abschließend, was mit den Teildaten passieren solle, die aus datenschutzrechtlichen Gründen im Laufe dieser Zeit aus dem Hauptdatensatz der Person zu löschen waren. Vor allem die Eintragungen über die Eltern-Kind-Beziehung, die sog. Familienverkettung, unterlagen mit der Volljährigkeit des Kindes einer Löschanweisung, da die Daten ab diesem Zeitpunkt „zur Erfüllung [der] Aufgaben [der Meldebehörde] nicht mehr erforderlich“ sind. Ohne diese Verkettung verliert der Hauptdatensatz aber ganz wesentlich an Aussagekraft und beschneidet sowohl die Verpflichtung zur Rechtssicherung der Einwohnerinnen und Einwohner der Kommune als auch die Rechtssicherheit der Kommune selbst. Diesen Argumenten hat sich das Innenministerium des Landes NRW letztendlich nicht verschlossen und dem anfragenden Städte- und Gemeindebund mit Schreiben vom 23. August 2006 mitgeteilt, dass es die Rechtsauffassung vertrete, dass „grundsätzlich alle Daten, die für meldebehördliche Zwecke nicht mehr benötigt werden, vor ihrer Löschung […] kommunalen Archiven zur Übernahme angeboten werden“ müssen2.

Weiterlesen

Blackbox „Rundfunkarchive“?

Wie arbeiten Rundfunkarchive heute? Wer darf deren Bestände nutzen? Was wird archiviert und wie? Es gibt viele Fragen, wenn es um Rundfunkarchive in Deutschland und deren Arbeit geht. Und oft ist das Wissen darüber „suboptimal“.

Das muss nicht so sein. Das aktuelle Heft der Zeitschrift „Rundfunk und Archive“ beschäftigt sich in mehreren Artikeln mit diesem Archivtyp (man könnte fast von einem Spezialheft „Rundfunkarchive heute“ sprechen).

Die Bandbreite der Artikel reicht dabei von der Archivierungspraxis über Rechtsprobleme bis zum Zugang für Forschung und Wissenschaft. Und es wird nichts beschönigt oder verschwiegen. Alles sehr lesensweret.

Den „Leitartikel“ von Leif Kramp zur „Situation der Rundfunkarchivierung in Deutschland“ gibt es sogar frei im Netz.

Inhaltsverzeichnis des Heftes RuG 3-4/2015
Inhaltsverzeichnis des Heftes RuG 3-4/2015

Informationsfreiheitsgesetz-Archivgesetz-Datenschutzgesetz

In seinem Blog infobib wies Christian Hauschke auf ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags zum Verhältnis von Informationsfreiheitsgesetz (2006) und Bundesarchivgesetz hin. Seit dem 16. Februar 2016 fertiggestellt ist diese Ausarbeitung über den Sachstand zu „Archiv- und Urheberrecht“ (WD 7 – 3000 – 028/16) als PDF verfügbar. Sie befasst sich u.a. mit dem unterschiedlichen Fristen im Bundesarchivgesetz und dem Informationsfreiheitsgesetz des Bundes befasst. Das Gutachten kommt bei dieser Fragestellung zu folgender Schlüsselaussage (S. 8):

“ ….. Nach dem BArchG beträgt die grundsätzliche Sperrfrist zur Einsichtnahme 30 Jahre. Aufgrund des Inkrafttretens des IFG zum 01.01.2006 ist jedoch eine Einsichtnahme auf entsprechenden Antrag hin möglich. Deswegen wird die Sperrfrist von 30 Jahren dispensiert, soweit zuvor eine Einsichtnahme nach dem IFG möglich war. Im Ergebnis bedeutet das, dass die 30jährige Sperrfrist nicht für solche Unterlagen gilt, die nach dem 01.01.2006 an das Archiv abgegeben worden ist. …..“Weiterlesen

Archivzitat: Befreiender Besuch toller Archive voller Leben

„Für mich war eigentlich die größte Befreiung nach 1989, dass ich ins Archiv gehen konnte. Und dass ich gucken konnte, was ist eigentlich hinter meinem Rücken passiert. Das Tolle an Archiven ist, dass sie nur äußerlich grau und bürokratisch sind. Und drinnen, in jeder Akte steckt so wahnsinnig viel Leben. Und was für mich wichtig war ist, dieses Leben aus den Akten herauszuholen.“
Annett Gröschner, Autorin von „Inventarisierung der Macht“, in der Sendung „Stilbruch“ vom 26.5.2016 (RBB)

CfP: Über Stammbücher schreiben. Stand und Perspektiven der Erschließung und Erforschung von Freundschaftsbüchern (16.-19. Jahrhundert)

Call for Papers

Tagung vom 23.-24. März 2023 an der Herzog August Bibliothek und am Niedersächsischen Landesarchiv in Wolfenbüttel

Kurztext:

Seit den 1980er Jahren werden Stamm- oder Freundschaftsbücher systematisch tiefenerschlossen und erfreuen sich gesteigerter Forschungsaufmerksamkeit. Eine epochen- und disziplinenübergreifende Synopse, welche diese Textgattung im Lichte neuerer Projekte und Erkenntnisse beleuchtet, steht allerdings aus. Die geplante Tagung will daher Ergebnisse und Perspektiven der Erforschung und Erschließung von Stammbüchern zusammenzuführen.

Weiterlesen

Beitrag von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung über Archive

Unter dem Titel „Hirnlosigkeit ist kein Geschäftsmodell“ befasst sich Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) anlässlich des bevorstehenden 89. Deutschen Archivtages in Suhl mit der Frage: „Warum eine Demokratie hervorragende Archive braucht – und wie die Zukunft der Stasi-Unterlagen aussieht.“

Prantl hatte sich bereits auf dem 81. Deutschen Archivtag in einem Vortrag mit der „Systemrelevanz der Archive“ beschäftigt.

Ergänzung: Der Beitrag steht jetzt auch auf den Seiten des VdA zum Download bereit.

Online-Recherche der umfangreichen Bestände des Archivs der Akademie der Künste

von Torsten Musial

Seit kurzem sind die umfangreichen Bestände des Archivs der Akademie der Künste für jeden online recherchierbar. Unter der Adresse https://archiv.adk.de lassen sich detaillierte Informationen zu gut 1 Million Archivalien und 462.000 analogen wie digitalen Objekten abrufen. Zu den Beständen gehören derzeit 1.130 Vor- und Nachlässe von Künstlerinnen und Künstlern, die Archive von 45 Institutionen und Verbänden sowie 70 thematische Sammlungen.Weiterlesen