Memoriav-Kolloquium 2015 trägt den Titel „Audiovisuelle Quellen in der Geschichtsschreibung“

Memoriav – Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz

Das diesjährige Memoriav-Kolloquium (27.10.2015-28.10.2015, Bellinzona) beschäftigt sich mit dem Potential von audiovisuellen Quellen in der Geschichtsschreibung.

Fotografien, Tondokumente und bewegte Bilder sind unerlässliche Quellen für das Verständnis der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. In den letzten Jahren wurden erfreulicherweise zahlreiche akademische Forschungsprojekte lanciert, die audiovisuelle Quellen beizogen oder gar ins Zentrum stellten. Im Rahmen des Kolloquiums wird der Bogen weiter aufgespannt. Thema sind historische Projekte, die ausserhalb des universitären Forschungsalltags entstehen, Publikationsformen für historische Arbeiten mit audiovisuellen Quellen im Buch und im Internet, und die Aufbereitungsarbeit von Archiven, die Bilder und Töne für HistorikerInnen bereitstellen.

Während des ersten Tages werden Bilder-, Ton- und Videosammlungen aus dem Kanton Tessin und ihre Funktion als historische Quellen präsentiert. Eine Soirée mit der Theaterschule des Clowns Dimitri rundet den Tag ab. Am zweiten Tag dominieren Referate zu Theorie und Praxis der Geschichtsschreibung mit audiovisuellen Quellen im Zentrum.

Die Kolloquiumssprachen sind Deutsch und Italienisch. Alle Referate werden simultan Deutsch – Italienisch / Italienisch – Deutsch übersetzt.

Kolloquiumskosten: für Studierende: CHF 50, für Memoriav-Mitglieder: CHF 120, für Nicht-Mitglieder: CHF 200

Das ausführliche Programm gibt es hier.

Memoriav - Memoriav Kolloquium 2015#cmk2015_2015-09-28_09-02-05

Wann findet die erste deutsche Archiv-„Unkonferenz“ (BarCamp) statt?

Eine gute Frage, die hoffentlich demnächst mit „bald“ oder „in absehbarer Zeit“ usw. usf. beantwortet wird – wie auch immer: Einstweilen kann auf das erste deutsche Historiker/innen-BarCamp verwiesen werden. Das Histocamp findet (in den Räumen eines Archivs) am 27. und 28. November 2015 in Bonn statt.

Zum Hintergrund (via Histocamp-Blog): BarCamps sind Unkonferenzen, Ad-hoc-Nicht-Konferenzen. Es sind offene Veranstaltungen, bei denen die Teilnehmenden das Programm gemeinsam festlegen und gestalten. Der Ablauf sieht so aus: Nach einer allgemeinen Vorstellungsrunde geben Interessierte ihre Vorschläge für sessions ins Plenum, das darüber abstimmt, welche davon tatsächlich stattfinden sollen. Danach wird das Programm ad-hoc auf Whiteboards oder Pinnwänden für alle festgehalten, auf Räume verteilt und der thematische Teil beginnt. Die Teilnehmenden verteilen sich nach Lust und Laune in kleinere Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen – den sessions. In diesen sessions selbst gibt es keine Vorträge, sondern es wird intensiv diskutiert und miteinander an den Themen gearbeitet. Alle können so zum Gelingen einer session beitragen. Am Ende des BarCamps werden die Ergebnisse der einzelnen sessions bei einer allgemeinen Abschlussrunde wieder zurück ins Plenum gespielt. Ziel dieses Formats ist es, in lockerer und produktiver Atmosphäre in kleinen Gruppen miteinander zu arbeiten. Das HistoCamp ist das erste BarCamp, bei dem es um Geschichte gehen wird. Es ist offen für alle historischen Themen und Epochen und soll neben den üblichen wissenschaftlichen Veranstaltungsformaten wie Tagung und Workshop (der funktioniert ja mittlerweile auch oft nach dem Tagungsprinzip!) ein Ort sein, wo gemeinsam an und mit Geschichte gearbeitet wird. Verschiedene Social Media-Kanäle begleiten das HistoCamp vorher, währenddessen und auch nachher. Sie sollen ein kollaboratives Arbeiten aller Teilnehmenden ermöglichen, die einzelnen sessions miteinander in Kontakt halten und die Ideen der breiten Community zugänglich machen.

Bloggen als Mittel zur Bestandsergänzung?

In den vergangenen Jahren haben sich eine ganze Reihe von archivwissenschaftlichen Blogs etabliert. Gebloggt wird z.B. über die Arbeit des eigenen Archivs, über archivfachliche und natürlich auch über historische Themen – entweder (populär-)wissenschaftlich aufgearbeitet oder direkt und ungefiltert aus den Quellen.

Zur letzteren Form zählt auch das Blog zur Geschichte der Adolf-Reichwein-Hochschule, das 2014 anlässlich eines 60jährigen Absolventenjubiläums durch das Universitätsarchiv Osnabrück ins Leben gerufen wurde.[1] Gegenstand des Blogs ist die Geschichte der Pädagogischen Hochschule Osnabrück. Zum Hintergrund: 1946 gegründet wurde die Hochschule 1953 aus Kapazitätsgründen nach Osnabrück verlegt. Ende der 1960er Jahre wurde die PH zu einer Abteilung der PH Niedersachsen bevor sie Anfang der 1970er Jahre im Zuge der Universitätsgründung ein Bestandteil der Universität Osnabrück wurde. Das Blog konzentriert sich auf den Zeitraum 1946 bis 1973 und beleuchtet die Entwicklung an den Standorten Celle und Osnabrück.
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Ankündigung: Offene Archive 2.2 (Konferenz)

Nach den beiden Konferenzen in Speyer (2012) und in Stuttgart (2014) wird in diesem Jahr die dritte Veranstaltung „Offene Archive“ am 3. und 4. Dezember 2015 in Siegen stattfinden. Neben Vorträgen, die sich den aktuellen Entwicklungen in Deutschland und in Europa widmen, werden in diesem Jahr auch erstmals Workshops angeboten, die die Möglichkeit bieten sollen, einzelne Themen und Aspekte vertiefend zu diskutieren. Geplant sind unter anderem Workshops zur Entwicklung einer umfassenden digitalen Archivstrategie, zum Monitoring bzw. zur Evaluierung archivischer Web 2.0-Aktivitäten, zu Guidelines und zur Frage, wie Archivalien in Mobile-Games genutzt werden können. Ebenfalls wird erstmals eine Podiumsdiskussion stattfinden. In dieser soll die Rolle der Sozialen Medien in der archivischen Aus-, Weiter- und Fortbildung angesprochen werden. Die Abstracts sowie Kurzbiografien der ReferentInnen/WorkshopleiterInnen werden sukzessive im Tagungsblog veröffentlicht.

Aktuelles Programm (Link)

Termin und Ort: Siegen, 3. bis 4. Dezember 2015, Kulturhaus LYZ,  St.-Johann-Str. 18, 57074 Siegen. Diskussionsbeiträge sind über den Twitter-Hashtag #archive20 möglich.

Die Teilnahme ist kostenfrei (begrenzte Teilnehmerzahl). Anmeldungen über das LWL-Archivamt: Tel. +49 251 / 591-3890, E-Mail: lwl-archivamt@lwl.org

Organisationsteam: Thomas Wolf, Antje Diener-Staeckling, Joachim Kemper, Elisabeth Steiger

VHD und GfM sehen sich bestätigt: Urheberrecht verhindert die Verwendung von audiovisuellen Quellen in Forschung und Lehre

Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) und die Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) haben sich in einem Rechtsgutachten bestätigen lassen, dass das bestehende Urheberrecht die Verwendung von audiovisuellen Quellen in Forschung und Lehre verhindert (bzw. sehr erschwert).

Die Quintessenz des Gutachtens fassen die beiden Verbände in ihrer Stellungnahme so zusammen: Durch die „herrschende Rechtsunsicherheit und die generell unübersichtliche Lage beim Einsatz audiovisueller Materialien in Forschung und Lehre“ wird häufig auf deren Erforschung verzichtet. Es „zeigt sich, dass das deutsche Urheberrecht im digitalen Zeitalter nicht länger auf der Höhe der Zeit ist, sondern negative Folgen für Forschung und Lehre zeitigt.“ Daher fordern „beide nachdrücklich die Einführung einer allgemeinen Wissenschaftsschranke im Urheberrecht.“

Das Rechtsgutachten kann auf der Homepage des VHD eingesehen werden.

 

WDR „entdeckt“ seinen ersten Intendanten Ernst Hardt wieder

Dr. Birgit Bernard, Historikerin und Mitarbeiterin im Historischen Archiv des WDR, hat nach akribischer Recherchearbeit eine Biografie über den ersten WDR-Intendant
Ernst Hardt, von 1926 bis 1933 Chef der Aktiengesellschaft Westdeutscher Rundfunk (WERAG), veröffentlicht.

Der ehemalige WDR-intendant Fritz Pleitgen assistiert dem Buch, diese Hardt-Biographie sei eine Zeitreise durch die dramatischsten Epochen der Menschheitsgeschichte: die Wilhelminische Zeit, die Jahre des Ersten Weltkrieges, die Turbulenzen der Weimarer Republik, die Nazi-Zeit mit dem Zweiten Weltkrieg sowie die ersten Nachkriegsjahre.

Kurz: eine Archivarin beleuchtet einen Teil der spannenden Geschichte des WDR.

Biografie Hardt - Titelseite

 

Brandenburgisches Landeshauptarchiv zieht um

Das Brandenburgische Landeshauptarchiv ist seit dem 1. Juni 2015 wegen der Verlagerung aller seiner Bestände sowie des Umzuges der gesamten Belegschaft an seinen neuen Standort für mehrere Monate geschlossen. Die Archivalien sind in dieser Zeit nicht zugänglich. Eine persönliche Einsichtnahme kann erst nach Wiedereröffnung des Lesesaales in unserem neuen Gebäude in 14476 Potsdam OT Golm, Am Mühlenberg 3, erfolgen. Leider ist auch die schriftliche Auskunftstätigkeit durch die Beschäftigten von den umzugsbedingten Einschränkungen betroffen. Zurzeit rollen die Aktentransporte, insgesamt werden über 50.000 lfm Archivgut bewegt.
(Quelle: Newsletter „Informationen für Archive im Land Brandenburg“ Nr. 06 / 2015)